Zeitschrift EE

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2003-02: Mobilität mit Erneuerbaren

Technisch-wissenschaftliche Beiträge

Der Ort Werfenweng befindet sich im Salzburger Land in einem Hochtal des Pongaus in 900 m Seehöhe und zählt 800 Einwohner, die in 280 Haushalten leben. Die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung liegen im Tourismus und der Landwirtschaft.

Urlaub vom Auto

Werfenweng sieht sich als Synonym für nachhaltige Lebensentwicklung in den Bereichen Lebenswelt der Einheimischen, Lebenswelt der Gäste und Lebenswelt der organischen und anorganischen Mitwelt. Das Produkt „Urlaub vom Auto“ hat sich im Modellort für sanfte Mobilität erfolgreich durchgesetzt. Die überdurchschnittlichen Steigerungsraten der Nächtigungen können in Werfenweng praktisch ausschließlich auf das Produkt „Urlaub ohne Auto“ zurückgeführt werden.

Der Weg ist einfach und erfolgreich: Urlaubsgäste „erfahren“ Genussurlaub ohne Auto. Der Gast ist von 10:00 Uhr bis 4:00 Uhr E-mobil und lässt sein eigenes Auto „Urlaub machen“. Eine E-mobil Flotte prägt das Ortsbild und bietet das zentrale Angebot der innerörtlichen Mobilität. Neben Elektrofahrzeugen sind Fahrräder, Scooters, Pferdekutschen, etc. eine Qualität der Wahrnehmung von Zeit und Raum. Mittlerweile sind über 40 Fortbewegungsmöglichkeiten der „anderen“ Art im Einsatz.

Enthastung, ein neuer Weg im Tourismus

Auch was die Energieversorgung des Ortes anlangt, wird hier ökologisch eine Vorreiterstellung bezogen. Der Großteil der im Ort verbrauchten Energie wird aus umweltschonenden Anlagen im Ort abgedeckt. Mit dem Solarturm auf dem Dorfplatz und den Lichtspielen der Langsamkeit werden mit über 25 Solarmodulen ca. 2.500 kWh Jahresleistung erzielt. Dies entspricht in etwa dem verbrauchten Lichtstrom eines Einfamilienhauses oder dem Stromverbrauch der Elektrofahrzeuge des Ortes. Die Gemeinde betreibt eine Photovoltaikanlage mit einer Stromerzeugungskapazität von ca. 320.000 kWh/ Jahr, was den Jahresbedarf von 230 Wohnungen entspricht. Das Ortszentrum Werfenwengs wird künftig auch über eine zentrale Biomasseheizanlage (Fertigstellung im Mai 2003) mit Energie versorgt. Als Zeichen und Symbol wird im Ort Strom auch über einen Windgenerator erzeugt.

Das Projekt „SAMO“ (sprich: SAnfte MObilität) zeigt, dass ökologisch nachhaltiges Wirtschaften auch ökonomisches Wirtschaften bedeuten kann. In einem Tourismusland wie Österreich ist die „Nutzung“ der natürlichen Ressourcen unabdingbar. Es wird in Zukunft noch mehr darauf ankommen, Ressourcen so zu nutzen, dass auch nachkommende Generationen die Möglichkeit der Nutzung haben!

Kontakt
Bürgermeister Dr. Peter Brandauer
Telefon: 06466 414
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www.werfenweng.org
Innovationswerkstatt Mettler
Telefon: 0662 841079
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