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Team Austria gewinnt den Solar Decathlon

Abbildung 1: Quelle: http://www.flickr.com/photos/solardecathlonaut2013

Das Team Austria, geleitet von der TU Wien, mit Beteiligung der FH St. Pölten, der FH Salzburg und dem AIT, erreichte beim Wettbewerb für Solar-Häuser in Kalifornien, USA, den ersten Platz.

Das „Team Austria: Vienna University of Technology“ war zum ersten Mal bei diesem Wettbewerb dabei und konnte ihn gleich gewinnen. In zehn verschiedenen Kategorien gab es Punkte zu sammeln – von der Energiebilanz bis zur Architektur, vom Raumklima bis zur wirtschaftlichen Markttauglichkeit. In manchen Kategorien wurde nach objektiven Messkriterien bewertet, in anderen entschied eine Jury. Der zweite Platz ging an Las Vegas, der dritte an das Team aus der Tschechischen Republik.

Das österreichische Siegerprojekt ist zu über 90% aus Holz. Von der Konstruktion und den Wänden, über Böden und Decke bis hin zur Badezimmereinrichtung. Zerfasertes Holz wurde für die Dämmung verwendet.

Das Wettbewerbskonzept des Solar Decathlon, einzelne kleine ökologisch optimierte Häuser zu entwerfen, wird manchmal kritisiert, die TU Wien ist aber auch im Forschungsbereich zum Thema Smart City sehr intensiv tätig und konnte daher  das Wissen aus diesem Forschungsbereich in die Planung miteinfließen lassen. Das österreichische Haus beim Solar Decathlon ist daher so konzipiert, dass man eine ganze Reihe solcher Häuser blockartig aneinanderfügen könnte. In einem solchen verdichteten Flachbaukonzept hätte zwar noch immer jedes Haus seine eigene Terrasse und einen eigenen Garten, aber die Wohndichte wäre relativ hoch. Dieser Ansatz ist z. B. bei der Umwidmung von Kleingartenanlagen in Wohngebiet, wie in Wien derzeit der Fall, interessant.

Von Anfang an mussten architektonische Planung und Haustechnik Hand in Hand gehen. Das Projekt hat technologisch mehrere Besonderheiten zu bieten. Das Haustechniksystem umfasst eine    Photovoltaikanlage, mit deren Energie eine Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung und Heizung/Kühlung betrieben wird. Weiters wird Energie aus dem Abwasser- und Abluftsystem zurückgewonnen. Zur Kühlung kann in die Rohre unter dem Estrich kaltes Wasser gepumpt werden. Unter diesen Rohren strömt Luft vorbei, die abgekühlt wird, bevor sie durch Schlitze im Boden in den Wohnraum geblasen wird. Gekühlt wird außerdem mit Hilfe der Abluft der Warmwasser-Wärmepumpe: Sie erzeugt neben warmem Wasser kalte, entfeuchtete Luft, die bei Bedarf ins Haus eingeleitet werden kann. Das warme Abwasser aus der Dusche wird in einen Wärmetauscher direkt in der Duschtasse geleitet, dadurch wird das zuströmende kalte Wasser bereits vorgewärmt. Auch der Warmwassertank des Hauses wird damit aufgewärmt. An kalten Tagen gibt die warme Abluft aus dem Innenraum Energie an die von außen einströmende Frischluft ab. Das Wärmerückgewinnungssystem reguliert über einen Rotor mit Sorptionsbeschichtung zusätzlich auch die Luftfeuchtigkeit.

Die Kunst in der Entwicklung des Haustechniksystems lag darin, aus bestehenden bewährten Komponenten ein funktionierendes Gesamtsystem zu designen und dieses mit einem architektonisch ansprechenden Entwurf zu verbinden.

Weitere Informationen:

Prof. Karin Stieldorf
Institut für Architektur und Entwerfen
Technische Universität Wien
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Dr. Florian Aigner
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Wien
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