Zeitschrift EE

AEE - Institut für Nachhaltige Technologien wurde 1988 als ausseruniversitäre Forschungseinrichtung gegründet und ist heute eines der führenden Institute im Bereich angewandter Forschung zu den Themen Solarthermie, Niedrigenergie- und Nullenergiegebäude wie auch im Bereich der Energieeffizienz in der Industrie. Neben diesen energierelevanten Themen beschäftigen wir uns auch mit nachhaltigem Wassermanagement.

Bereich Solarthermische Komponenten und Systeme

Solarthermische Anlagen bilden einen zentralen Eckpfeiler einer zukünftig nachhaltigen Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Energieträgern. Experten schätzen das Potenzial für Solarthermie bis zum Jahr 2050 in Österreich bzw. Europa mit einem solaren Deckungsgrad am gesamten Niedertemperaturwärmebedarf (<250°C) von bis zu 50% ein.

Die Forschungsgruppe „Solarthermische Komponenten und Systeme“ arbeitet in Kooperation mit Industriepartnern und anderen Forschungseinrichtungen an der Neu- bzw. Weiterentwicklung von einzelnen Komponenten als auch Systemlösungen,
welche die Erschließung der prognostizierten Marktpotenziale beschleunigt. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel, generiertes Wissen rasch an die betreffenden Akteure zu transferieren und somit eine breite Umsetzung bei hoher Qualität zu erreichen. Aktuelle
Schwerpunktthemen sind:

• Entwicklung und Beurteilung von Absorbern, Kollektoren und Kollektorfeldern in Verbindung mit angepassten Berechnungsmodellen (hydraulisch und thermisch) sowie einem Outdoor-Prüfstand

• Entwicklung und Beurteilung von weiteren essentiellen Komponenten wie beispielsweise Speicher, Speicherdämmungen, Hydraulikstationen, Drain-Back Einheiten, Stagnationskühler, etc.

• Integration von neuen Materialien (z.Bsp. Polymere) in solarthermische Systeme mit Blickrichtung Kostensenkung bzw. Effizienzsteigerung

• Entwicklung von Systemlösungen zur Erreichung hoher solarer Deckungsgrade (50 bis 100%) für Warmwasser und Raumheizung

• Entwicklung von neuen Systemlösungen für große solarthermische Anlagen in Verbindung mit Wärmenetzen, industriellen Prozessen und thermisch getriebenen Kühlmaschinen

• Wissenstransfer und Standardisierung

Bereich Nachhaltige Gebäude

Auf den Gebäudesektor entfallen mehr als 40% des Endenergiebedarfs in der EU. Nicht zuletzt aus diesem Grund beschäftigt sich die AEE INTEC bereits seit etwa Mitte der 90er Jahre intensiv mit dem Thema Gebäude. Höchste Behaglichkeit für die Menschen, hohe ökologische Verträglichkeit sowie eine langfristig gesicherte und leistbare Energieversorgung sind die Eckpfeiler unseres Verständnisses.

Die Schwerpunkte unserer Forschungsarbeit liegen einerseits in der Produkt- und Systementwicklung sowie andererseits in der Ausarbeitung von gesamten Energiekonzepten für neu zu errichtende Gebäude und für Gebäudesanierungen. Hierbei stehen die Weiterentwicklung von Niedrigenergie- und Passivhaustechnologien für Wohngebäude (Ein- und Mehrfamilienhäuser) und für Sonderbauten (Büro- und
Verwaltungsgebäude, Schulen, etc.) im Vordergrund. Besonders wichtig ist ein ganzheitlicher Planungsansatz. Dieser Ansatz erfordert einerseits die übergeordnete Betrachtung aller energierelevanten Bereiche und andererseits die Nutzung von dynamischen Simulationsprogrammen, die das Gebäudeverhalten (Behaglichkeit) bei Temperaturspitzen (Winter/Sommer) sehr real darstellen.

Weitere Arbeitsschwerpunkt von AEE INTEC sind die „Passive Kühlung“ im Büro- und Verwaltungsbau und das Gebäude-Monitoring, das wichtige Erkenntnisse hinsichtlich Behaglichkeit, Energieflüsse, Funktion und Nutzerverhalten von Gebäuden liefert.

Bereich Industrielle Prozesswärme

Die Forschungsgruppe „Industrielle Prozesse und Energiesysteme - IPE“ bietet Lösungen für produzierende Betriebe zur Senkung des Energieverbrauchs und des Ausstoßes von klimarelevanten Treibhausgasen.

Dies passiert durch die Entwicklung und Optimierung von Verfahren und Produktionssystemen unter der effizienten Nutzung des Betriebsmittels Energie auf technologischer Ebene sowie auf Produktionssystemebene und unter dem möglichst vollständigen Einsatz von erneuerbarer Energie.

Die Forschungsgruppe IPE sieht sich als Ansprechpartner zur Realisierung von innovativen und visionären Umsetzungskonzepten für national und international agierende Produktionsbetriebe und als Anbieter von Methoden und Werkzeugen zur Unterstützung um diese Konzepte zu erarbeiten.

Um das Ziel einer Produktion ohne fossile CO2 Emissionen zu erreichen werden folgende drei Geschäftsfelder von der Forschungsgruppe IPE angeboten:

• Energieeffizienz und Wärmespeicherkonzepte für industrielle Prozesse

• Solare Prozesswärme und Integration erneuerbarer Energieformen für
Industriebetriebe

• Prozessoptimierung und Prozessintensivierung (PI) für eine Produktion mit
geringeren Material- und Energiekosten

Bereich Wasser und Abwasser

Jeder Mensch produziert typischerweise 1,8 Liter Ausscheidungen täglich, davon 350 Gramm Feststoffe mit etwa 90 Gramm organischer Substanz, 20 Gramm Stickstoff und weiteren Nährstoffen – vor allem Phosphor und Kalium. Jeder produziert so viel Nährstoffe, wie für seinen Lebensmittelbedarf nötig sind. Derzeit werden diese Nährstoffe mit Hilfe von etwa 50 l Trinkwasser pro Person und Tag fortgeschwemmt.

Die moderne Landwirtschaft ist mittlerweile für etwa die Hälfte des weltweit gebundenen Stickstoffs verantwortlich, der durch industrielle Synthese sowie durch den Anbau von Leguminosen in den Boden und zu einem beträchtlichen Teil weiter in unser Wasser
gelangt.

Der Bereich Wasser und Abwasser der AEE INTEC hat es sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Techniken in diesem Arbeitsfeld zu fördern. Die Gruppe der AEE INTEC hat bisher auch etwa 600 Pflanzenkläranlagen geplant, die das Abwasser dezentral reinigen und in den Wasserkreislauf zurückführen. Nachhaltige Techniken gehen nach Möglichkeit von einem integrierten Ansatz für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aus. Es wird angestrebt, durch „neue“ Techniken, wie Regenwassersammlung oder getrennte Sammlung und Aufbereitung verschiedener Abwasserströme, ohne merklichen Komfortverlust möglichst sparsam und umsichtig mit Wasser umzugehen und Nährstoffe und Wasser wieder zu verwenden.

Einerseits werden die Techniken und Praktiken durch Forschung weiterentwickelt und neue Anwendungen erarbeitet. Andererseits werden, entsprechend der Strategie von AEE INTEC, die Ergebnisse möglichst weit verbreitet und zur Anwendung gebracht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der AEE-INTEC.

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