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Neue Exportmärkte als Wachstumspotenzial

Von Dipl.-Ing. (FH) Martin Fasold, Elisabeth Kastner

Als exportorientiertes Unternehmen und Weltmarktführer im Bereich von Flachkollektoren mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Branche sieht GREENoneTEC in neuen Exportmärkten und neuen Anwendungsgebieten der Solarthermienutzung zusätzliche Chancen und Potenziale.

Foto: Cape Brewing Company, Südafrika. Montage von 150 m² Großflächenkollektoren am Western Cape zur Erzeugung von solarer Prozessenergie. Quelle: E3Energy

Thermosiphonsysteme, Speicherkollektorsysteme sowie Großflächenkollektoren

2015 wurde auf der ISH in Frankfurt erstmals ein Thermosiphonsystem unter der eigenen Marke präsentiert. Ergänzend zum  Geschäftszweig der OEM Flachkollektorbaureihen wurden zusätzlich Schwerpunkte in den weltweiten Verkaufs- und Marketingaktivitäten im Bereich Thermosiphon, dem Speicherkollektor-System Solcrafte® und dem Hochleistungs-Großflächenkollektor GK3003 gesetzt. Die Vertriebsmannschaft wurde entsprechend aufgestockt, um neue Absatzmärkte weltweit zu erschließen und solarthermische Projekte im Bereich Fern- und Prozesswärme mit Großflächenkollektoren zu akquirieren und mit Partnern umzusetzen.

Neben den angrenzenden Nachbarstaaten in Europa, die bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil des Export-Engagements sind, konnte letztes Jahr erstmalig mit dem dänischen Partner Aalborg CSP ein Fernwärmeprojekt in Dänemark realisiert werden. Dabei wurden  über 2 750 m² Großflächenkollektoren inklusive Montagezubehör für das Projekt Havdrup Solrod geliefert.

Foto: Fertige Großflächenkollektoranlage in Havdrup Solrod. Quelle: Aalborg CSP

Marktpotenzial von Thermosiphon- und Speicherkollektorsystemen

Im Bereich von Thermosiphon- oder Speicherkollektorsystemen besteht international ein hohes Marktpotenzial. Im Jahr 2015 betrug etwa der Anteil an nicht gepumpten Systemen weltweit 78 % (1); Umsatzsteigerungen von 30 % waren auf diesen Märkten möglich.

Besonders hervorzuheben ist hier der amerikanische Raum, in dem der Bedarf an solarthermischen Systemen kontinuierlich wächst. In Mexiko betrug das Wachstum des Solarmarktes 2016 zum Beispiel 6 % im Vergleich zum Vorjahr (2). Was dabei auffällt: Die hohe europäische Fertigungsqualität ist vor Ort extrem rar! So wurde 2009 die lokale Produktion von Sonnenkollektoren in Mexiko gestartet und  von dort aus wird seither erfolgreich in die USA und den mittelamerikanischen Raum exportiert. Ein spürbarer Anstieg von Solarthermie-Lösungen war die Folge: Bis Ende 2016 konnten bereits 95 Prozesswärmeanlagen in Mexiko installiert werden (3).

Foto: Solcrafte-Speicherkollektor-Systeme in der Karibik. Quelle: GREENoneTEC

Neben der Karibik und dem dortigen Bedarf an Energie auf den vielen Inseln bietet auch Kuba großes Potenzial. Vor allem das erklärte Ziel der kubanischen Regierung, 24 % des Energiebedarfs bis 2030 mit erneuerbarer Energie abzudecken, und eine kürzlich unterzeichnete Kooperation sorgen für neue Herausforderungen. Betrachtet man Länder wie Argentinien, so hat sich dort die Installation von solaren Warmwasser-Systemen von 2012 bis 2015 fast jedes Jahr verdoppelt. Sehr gefragt sind hier vor allem Thermosiphon-Anwendungen.

Foto: Thermosiphon-System. Quelle: GREENoneTEC

Generell führen steigende Kosten für Elektrizität und neue gebäuderechtliche Auflagen zu einer stark steigenden Nachfrage an Solarthermie-Lösungen (4). Export-Möglichkeiten ergeben sich aber auch durch die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich. Diese unterstützt nicht nur bei lokalen Messen und Kongressen vor Ort, sondern ermöglicht auch ein Kennenlernen des Landes und erste Kontakte zu potentiellen Kunden bzw. Projekten.

In aufkommenden Märkten, wie zum Beispiel Kenia und Dubai, führen die oben angesprochenen gebäuderechtlichen Auflagen für Neubauten in der Hotellerie und bei öffentlichen Gebäuden ebenfalls zu einer steigenden Nachfrage für Solarthermie. So rüstete die Light International School in Nairobi, Kenia, ihre Schule mit 200 m² Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung nach. Ein weiterer Grund für die Installation war dabei auch die Reduktion des Stromverbrauchs und die damit verbundene Entlastung des lokalen Stromnetzes, vergleichbar zur aktuellen Situation in Südafrika (5).

Foto: 29 m² Speicherkollektorsystem in der Karibik. Quelle: GREENoneTEC

In Nigeria konnte GREENoneTEC 2016 über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit einen Auftrag über 68 Thermosiphon Anlagen (200 l und 300 l) durch eine gewonnene Ausschreibung an Land ziehen. Damit werden für die Schule täglich 17 000 Liter Warmwasser für 900 Studenten als hygienisches Brauchwasser bereitgestellt.

Internationale Zusammenarbeit

Im Bereich solarer Prozesswärme konnte in Zusammenarbeit mit SOLID GmbH aus Graz für die Soft-Drink-Produktion von Pepsi Cola in Arizona (USA) die solare Vorwärmung für die Reverse-Osmose-Anlage errichtet werden. In mehreren Ausbaustufen wurden über 3 700 m² Großflächenkollektoren installiert. Im Jahr 2016 folgten schließlich auf Hawaii mit SOLID California 370 m² Großflächenkollektoren für eine Brauerei zur Erzeugung von solarer Prozesswärme.

Ebenfalls mit dem Partner SOLID konnte letztes Jahr im mittelamerikanischen Raum in Nicaragua ein Militär-Krankenhaus in der Hauptstadt Managua mit etwa 4 400 m² doppelt verglasten Großflächenkollektoren für die Brauchwassererwärmung ausgestattet werden. Die Fertigstellung ist für dieses Jahr geplant (siehe auch den Artikel „Sonnige Energie für Krankenhaus in Nicaragua“ in dieser Ausgabe).

In Südafrika konnte im Jahr 2015 ein Projekt im Bereich der solaren Prozesswärme durch Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie E3Energy und SEG Solar Energy Ltd. realisiert werden - eine Brauerei am Western Cape wurde mit einer 150 m² Solarthermie-Anlage mit Großflächenkollektoren ausgestattet. Ziel des Auftraggebers war sowohl die Produktionskostenoptimierung als auch die marketingmäßige Verwertung als „grüne Brauerei Südafrikas“.

Foto: Cape Brewing Company, Südafrika. Fertige 150 m² Großflächenkollektoranlage zur Erzeugung solarer  Prozesswärme. Quelle: E3Energy

Resümee

Zusammenfassend stellen die Exportmärkte in Europa und international für GREENoneTEC die wichtigste Säule dar, die es weiter zu stärken gilt. Somit ist dies nicht nur eine Chance, den bestehenden Unternehmenserfolg weiter auszubauen, sondern dient auch als Grundlage, um neue Produkte -  speziell für den Export - zu entwickeln.

Essentiell für den Exporterfolg ist jedoch - neben verstärkten Verkaufs- und Marketingaktivitäten und einer lokalen Präsenz im jeweiligen Land - vor allem die Auseinandersetzung  mit den neuen Kulturen, deren Eigenheiten und den Besonderheiten der neuen Märkte in Bezug auf rechtliche Auflagen, Fördersituation etc.. Nur so können Exportchancen langfristig genutzt und neue Absatzmöglichkeiten nachhaltig geschaffen werden.

Statement

Robert Kanduth„GREENoneTEC ist weltweit aktiv und hat aktuell eine Exportquote von über 85 %. Neben dem OEM-Geschäft werden in Zusammenarbeit mit einem  Netzwerk an Kooperationspartnern im Projektbereich Anwendungen im Spektrum von Kleinanlagen bis hin zu Großflächenlösungen realisiert.  Entscheidend ist, dass die Produkte an die Erfordernisse vor Ort anpasst werden. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus den Bereichen Wirtschaft und Forschung hat sich hierbei für GREENoneTEC schon mehrfach als ein wichtiger Erfolgsfaktor herausgestellt.  Erfolgsbeispiele sind nicht zuletzt die globale Vermarktung unseres Großflächenkollektors GK 3003 sowie des All-In-One-Systems Solcrafte.”

-- Robert Kanduth, Geschäftsführer von GREENoneTEC Solarindustrie GmbH

Literatur

  1. „Solar Heat Worldwide, Edition 2017, Figure 55, Seite 59
  2. „Renewables 2017 Global Status Report“, 2017, Seite 75
  3. „Renewables 2017 Global Status Report“, 2017, Seite 38/39
  4. „Renewables 2017 Global Status Report“, 2017, Seite 76
  5. „Renewables 2017 Global Status Report“, 2017, Seite 39

Weiterführende Informationen

http://www.iea-shc.org/solar-heat-worldwide
http://www.ren21.net/gsr-2017/

Autorenbeschreibung

Dipl.-Ing. (FH) Martin Fasold und Mag. Elisabeth Kastner sind bei GREENoneTEC Solarindustrie GmbH als Vertriebsleiter bzw. in Marketing & PR tätig. This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


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