Photovoltaik
Photovoltaikmarkt
Die Marktsituation auf dem Gebiete der photovoltaischen Systeme wird für
Österreich seit 1992 erhoben. Die Daten werden über Befragung der
in Österreich tätigen Vertriebsfirmen für photovoltaische Systeme
erfasst, seit 1997 unter Mitwirkung des Bundesverbandes PHOTOVOLTAIK Österreich
in der Wirtschaftskammer Österreich. Angeführt werden photovoltaische
Systeme mit einer Nennleistung >200 W, und kleinere Anlagen nur dann, so
ferne sie im Bereich öffentlichen Interesses liegen, wie z.B. für
Warn- und Messanlagen bzw. Solarpaneele für Berg- und Schutzhütten
sowie Einrichtungen, die der Verkehrssicherheit dienen. Andere Kleingeräte
(= 200 W) werden von den Vertriebsfirmen geschätzt.
Der Photovoltaikmarkt in Österreich
Die Einteilung der photovoltaischen Systeme bezieht sich auf Anlagen im Inselbetrieb
(autarke Systeme) und Anlagen mit Netzkoppelung. Die erfassten Photovoltaikanlagen
beziehen sich auf die folgenden Einsatzbereiche: Verkehrsanlagen, Schulen, Wohnungs-
und Hausversorgungsanlagen, Landwirtschaftsprojekte, Versuchs-, Test- und Demonstrationsanlagen,
Funk-, Fernmelde- und Relaisstationen, Wetter-, Mess-, Schutz- und Warneinrichtungen,
Berg- und Schutzhütten, sonstige Photovoltaikanlagen, inklusive Kraftwerke
mit Leistungen über 30 kW, Kleingeräte bis 200 Wp.
Im Jahre 2000 wurden in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung
von etwa 1.272 kWp installiert, entsprechend einer Zunahme von 531 kW (+72%)
gegenüber dem Vorjahr. Davon werden 14,5% autark betrieben ("Inselbetrieb"),
79,7% sind mit dem öffentlichen Netz gekoppelt und etwa 5,7% entfallen
auf diverse Kleingeräte. Der bevorzugte Solarzellentyp für die im
Jahre 2000 installierten Photovoltaikanlagen war die polykristalline Solarzelle
mit einem Anteil von 63,6%, gefolgt von der monokristallinen Solarzelle mit
34,6% und der amorphen Solarzelle mit 1,8%.
Abbildung 1: Bundesländerstatistik der in Österreich im Jahr 2000 installierten netzgekoppelten Photovoltaikanlagen in Prozent bezogen auf die Verkaufszahlen. Mit 40% liegt Kärnten vor Oberösterreich (20%) und der Steiermark (13%).
Bei der Bundesländer-Statistik liegt bei den im Jahre 2000 installierten netzgekoppelten PV-Anlagen Kärnten mit 40% an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich mit 20% und Steiermark mit 13%. (Die bei der Firma GREENoneTEC in St. Veit installierte PV-Anlage ist allerdings noch nicht an das KELAG-Netz angeschlossen), siehe Abbildung 1. Bei den im Jahre 2000 installierten autarken Photovoltaikanlagen liegt Niederösterreich mit 30% an der Spitze, gefolgt von der Steiermark mit 17% und Oberösterreich mit 13%. Die Entwicklung des Photovoltaikmarktes in Österreich illustriert Abbildung 2.
Abbildung 2: Entwicklung des Photovoltaikmarktes in Österreich, jährlich installierte Leistung. Im Jahr 2000 wurde um 531 kWp mehr installiert als im Jahr 1999, dies entspricht einer Zunahme um 72%.
Ende 2000 waren in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 4.874 kWp im Einsatz. Davon entfallen 66% auf netzgekoppelte Anlagen und 34% auf autark betriebene Anlagen ("Inselbetrieb", inklusive Kleingeräte), siehe Abbildung 3. Nach dem Solarzellentyp liegt die polykristalline Solarzelle mit 72% an der Spitze, gefolgt von der monokristallinen Solarzelle mit 27% und der amorphen Solarzelle mit 1%.
Abbildung 3: Photovoltaikmarkt in Österreich, Zuordnung nach der Betriebsweise. Ende des Jahres 2000 waren Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 4874 kWp im Berieb, wobei zwei drittel der Anlagen netzgekoppelt und ein drittel autark sind.
Nach den von den EVU`s gemeldeten netzgekoppelten Photovoltaikanlagen (Ende
2000) liegt Oberösterreich mit 963 kW an der Spitze, gefolgt von Vorarlberg
mit 390 kW, Wien mit 349 kW und der Steiermark mit 251 kW. Unterschiede in den
Angaben zwischen Firmen- und EVU-Meldungen liegen darin begründet, dass
die von Firmen gemeldeten Verkaufszahlen nicht in das Jahr der Inbetriebnahme
fallen müssen.
Geht man von einem jährlichen Stromertrag von 800 kWh pro installierter
Leistung von 1 kWp bei netzgekoppelten PV-Anlagen und von 400 kWh/kWp bei autark
betriebenen PV-Anlagen aus, dann beträgt der derzeitige Beitrag der Photovoltaik
zur Stromaufbringung in Österreich etwa 3.229 MWh/Jahr (3,2 GWh/Jahr).
Davon entfallen auf netzgekoppelte PV-Anlagen 2.562 MWh/Jahr.
Zusammenfassend ergibt sich ein positives Bild für die Markteinführung
von Photovoltaikanlagen in Österreich. Obwohl Solarmodule in Österreich
derzeit nicht produziert werden, konnte der Markt für in Österreich
produzierte Wechselrichter und Einkapselungsmaterialien für Solarzellen
mit einem hohen Exportanteil ausgebaut werden.
Festzustellen ist allerdings auch, dass im Jahre 2000 noch eine größere
Anzahl von netzgekoppelten Photovoltaikanlagen hätten errichtet werden
können, wenn einerseits die Einspeisetarife für den Investor mit einer
garantierten Laufzeit gewährleistet worden wären und andererseits
Engpässe bei dem Bezug von Solarmodulen aufgrund der starken Nachfrage
in Deutschland nicht aufgetreten wären.
*) Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerhard Fanninger, iff, Universität Klagenfurt, Mitglied des wissenschaftlichen Berats der AEEIntec [^]