Erneuerbare Energien in Österreich
Pflanzenkläranlagen
Seit einigen Jahren beschäftigt sich die AEE INTEC mit dezentraler Abwasserreinigung.
Diese Tätigkeit ist aus der Nachfrage nach einer umweltfreundlichen, ressourcenschonenden
Lösung für die Reinigung der häuslichen Abwässer von Objekten
ohne Anschlussmöglichkeit an den öffentlichen Kanal entstanden. In
wenigen Jahren wurden mehrere hundert Pflanzenkläranlagen geplant und errichtet.
Daneben sind Anlagenteile entwickelt worden, die den Betrieb ohne Energiezufuhr
ermöglichen.
SWAMP - Integrierte Wasserwirtschaft in Tourismusbetrieben
Das Demonstrationsprojekt "Sustainable Water Management and Wastewater Purification in Tourism Facilities" (SWAMP) wird vom Programm Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung des 5. Rahmenprogramms der EU finanziert. Das Projekt wird von der AEE INTEC koordiniert 1). In 13 Pilotanlagen sollen von acht Partnern in Österreich, Italien, Deutschland und Lettland nachhaltige und ressourcenschonende Wasserwirtschaftskonzepte für Tourismusbetriebe erarbeitet werden.
1) In Österreich wird SWAMP vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst, vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und über die Österreichische Kommunalkredit Austria AG mitfinanziert.
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Projektpartner:
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AEE INTEC plant Pflanzenkläranlagen
Das Projekt geht neue Wege bei der Abwasserentsorgung von Tourismusbetrieben ohne Kanalanschluss. In die Planung der Abwasserentsorgung wird die Betrachtung des Wasserverbrauchs eingeschlossen. Wassersparmaßnahmen werden vorgeschlagen und Möglichkeiten einer getrennten Sammlung und eventuellen Wiederverwendung verschiedener Abwasserströme untersucht. Für diese Ströme wird die Reinigung auf die geplante Wiederverwendung optimiert.
Integrierte Planung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Häusliches Abwasser setzt sich einerseits aus großen Mengen schwach
belasteten Abwassers, sogenanntem Grauwasser, und andererseits aus wesentlich
kleineren Mengen Schwarzwassers mit hoher Belastung zusammen (siehe Abbildung
1). Das Schwarzwasser lässt sich noch einmal teilen in Fäkalien mit
hohen hygienischen Risiken und Urin mit geringen Risiken aber sehr interessantem
Nährstoffgehalt. Urin kann im allgemeinen ohne Bedenken für die Düngung
von Pflanzen verwendet werden. Grauwasser ist mit geringem Aufwand für
Bewässerung oder auch bestimmte häusliche Zwecke, wie zum Beispiel
WC-Spülen, aufzubereiten. Die kleinen Mengen an Schwarzwasser lassen sich
mit wesentlich geringeren Kosten behandeln, als eine Mischung aus allen Abläufen.
Diese Trennung kann durch die Senkung der Reinigungskosten selbst in Ländern
mit ausreichend Trinkwasser wirtschaftlich sein. In Streulagen fehlt oft ein
ausreichend großer Wasserlauf für die Aufnahme des gereinigten Abwassers.
Durch die Trennung der Abwasserströme ergeben sich neue Möglichkeiten
der Entsorgung. Vor allem in trockenen Gebieten, wo Abwasser einen Wasservorrat
darstellt, werden integrierte Ansätze die Weiterverwendung des häuslichen
Abwassers erleichtern.
Abbildung 1:
Durch die Trennung der Stoffströme im häuslichen Abwasser wären
diese leichter nutzbar
Bild target GmbH
Für die Abwasserreinigung von abgelegenen Wohnhäusern oder kleinen Siedlungen werden auf Grund ihrer guten Eigenschaften häufig Pflanzenkläranlagen eingesetzt und sind dort bereits Stand der Technik. Die Reaktion der Anlagen auf saisonal stark schwankende Zuläufe, wie sie bei Tourismusbetrieben im allgemeinen vorkommen, ist jedoch nicht ausreichend bekannt. Richtlinien für die Bemessung von Anlagen unter diesen Bedingungen gibt es nicht. Deshalb ist geplant, in 13 zu errichtenden Pilotanlagen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen das System Pflanzenkläranlage mit gezielten Versuchen für saisonal schwankende Abwasserzuläufe weiterzuentwickeln. Dazu werden regelmäßige Messkampagnen an den Anlagen durchgeführt.
Ziel des Projekts
Für Tourismusbetriebe soll durch möglichst gut an die Gegebenheiten
der Betriebe angepasste Lösungen (least cost planning) eine kostengünstige,
dezentrale Abwasserentsorgung entwickelt werden. Gemeinden sparen zugleich die
Baukosten langer Kanäle. Durch den wirtschaftlichen Einsatz von Trinkwasser
und die Weiterverwendung des geklärten Abwassers wird eine effiziente Nutzung
der vorhandenen Wasservorräte und Nährstoffe erreicht. Die Betriebe
bekräftigen damit ihren Einsatz für Nachhaltigkeit und "Sanften
Tourismus".
Ergebnis der Arbeit soll ein Handbuch für Bauherren, Planer und Behörden
sein, das die Möglichkeiten des integrierten Ansatzes zur Abwasserentsorgung
darstellt, Bemessungsrichtlinien enthält und Angaben zu den Kosten macht.
Das Handbuch wird in den Sprachen der Projektteilnehmer publiziert. Um den Ansatz
unter möglichen Bauherren und Planern bekannt zu machen, wird ein gezieltes
Marketing aufgebaut.
Informationen und Kontakt
Regelmäßige Informationen zu SWAMP gibt es auf der Homepage des
Projekts http://www.swamp-eu.org
SWAMP Hotline: 03112/5886-22
Informationen zu Pflanzenkläranlagen allgemein finden sich unter http://www.pflanzenklaeranlagen.cc
Voraussichtlicher Termin für das Seminar "SWAMP - Nachhaltige Wasser-
und Abwasserwirtschaft" für Nutzer ist am 20.04.2002.
*) Dipl.-Ing. Martin Regelsberger ist Mitarbeiter der AEEIntec und Koordinator von SWAMP, m.regelsberger@aee.at [^]