Ökostrom
Ökostrom
Die schmerzlichen Erfahrungen der heurigen Überschwemmungen in Europa haben
es wieder plakatiert: Das Klima ist im Wandel. Wir können die Energie aus
Kohle, Öl und Gas eigentlich nicht mehr verantworten.
Oekostrom® aus kontrolliertem Anbau
Und nicht erst der 38. Störfall in Temelín und die Aufdeckung vertuschter Reaktorschäden in Japan belegen, dass die Atomenergie bestimmt kein Ausweg ist. Der liberalisierte Strommarkt heizt zwar einerseits Preiskampf und Billigstromimporte an, aber endlich kann auch jeder Einzelne entscheiden, auf Ökostrom umzusteigen. Denn jede/r gibt mit seinem Stromvertrag den Auftrag, welche Kraftwerke für ihn arbeiten und stellt Weichen für die Energiezukunft.
Die oekostrom AG wurde gegründet, um den Weg von Ökostrom aus der Marktnische zum Massenmarkt aktiv mitzugestalten. Sie versteht sich als Vorreiterin einer neuen verbraucherorientierten Energiewirtschaft. Die oekostrom AG bietet ökologischen Strom für Haushalte und Gewerbe in ganz Österreich an.
Strommarkt - wie geht das?
Seit Oktober 2001 kann jeder in Österreich mit jedem Stromanbieter ins
Geschäft kommen. Die Stromnetze stehen als öffentliche Straßen
jedem Lieferanten zur Verfügung. Von viel zu hohen Netzgebühren (Strommaut)
und zahlreichen kleinen "Gemeinheiten" der Exmonopolisten, die weiterhin
die Netze betreiben, einmal abgesehen, funktioniert das mittlerweile.
Was in den Netzen fließt, auch das wird langsam Allgemeingut, ist kein
"Saft" - nicht einmal die Elektronen fließen bei Wechselstrom
wirklich vom Kraftwerk zur Glühlampe. Was fließt ist die Information,
welche Kraftwerke für welchen Kunden arbeiten, und das Geld: Welche Kraftwerke
werden von wem bezahlt.
Der Aufwand des Datenaustauschs ist deshalb enorm - die Softwarebranche verdient
gut am neuen Strommarkt. Im Viertelstundentakt muss der Lieferant seinen Einkauf
mit dem Verbrauch seiner Kunden abgleichen. Kauft er zuwenig ein, bezieht er
so genannte Ausgleichsenergie, die über eine Clearingstelle verrechnet
wird. Kauft er mehr, als seine Kunden gerade verbrauchen, bekommt er zumeist
recht wenig für die "Überlieferung". Die Clearingstelle
sorgt für den finanziellen Ausgleich in diesem Viertelstundenspiel.
Kunden und Kraftwerke, Einkauf und Verkauf eines Stromlieferanten gehören
einer sogenannten "Bilanzgruppe" an, seinem virtuelle Netz. Die oekostrom AG
betreibt eine eigene Bilanzgruppe, durch die nur Strom aus Sonne, Wind &
Co fließt (siehe Abbildung 1).
Kontrolle muss sein
Mittlerweile beliefert die oekostrom AG 2500 Kunden mit "Strom aus
kontrolliertem Anbau". Eingekauft wird ausschließlich bei österreichischen
Lieferanten. Für die lückenlose Kontrolle sorgt ein Überwachungsvertrag
mit dem österreichischen Prüf- und Forschungszentrum arsenal research
in Wien, dessen Kriterien zusammen mit den großen Umweltorganisationen
festgelegt wurden. Das Gütesiegel "100% Ökostrom" des arsenal
bescheinigt, wo oekostrom® draufsteht, ist auch Ökostrom drin: Windkraft,
Biomasse, Geothermie, Kleinwasserkraft und Solarenergie - sonst nichts.
Das Label bestätigt aber nicht nur diese lückenlose Kontrolle der
Strommengen, sondern auch, dass die oekostrom AG nicht eigentumsrechtlich
"der verlängerte Arm" einer Firma ist, die Strom aus Kohle, Öl
und Erdgas oder gar aus Atomkraft handelt.
Strom mit Umweltzeichen
Im Oktober 2001 zeichnete Umweltminister Molterer oekostrom® als erstes
Stromangebot mit dem österreichischen Umweltzeichen "Grüner Strom"
aus. Das Umweltzeichen erhalten laut Satzung "nur die absolute Elite umweltgerechter
Produkte und Dienstleistungen".
Das beste Zeugnis ihrer Glaubwürdigkeit kommt jedoch von den Kunden: Auf
der Referenzliste der oekostrom AG finden sich die Umweltorganisationen
Greenpeace, Global2000 und WWF ebenso wie das Öko-Institut, der Kosmetikhersteller
Weleda und die Heizungsbauer Ökofen und KWB, um nur einige zu nennen.
Mehrkosten?
Die oekostrom AG setzt auch in der Frage der Preisbildung auf Transparenz und
aufgeklärte Kunden: oekostrom® kostet pro Kilowattstunde 18,1 Cent
- inklusive aller Netzkosten, Zuschläge und Steuern - einzig die Messkosten
des Netzbetreibers kommen noch hinzu. Während der Kunde bei jedem anderen
Anbieter erst aus der Rechnung (also lange nach Vertragsabschluß) die
Gesamtkosten erfährt, multipliziert der oekostrom®-Kunde einfach seinen
Jahresverbrauch mit 18,1 Cent.
Diese klare Preisgestaltung und die informative Rechnungslegung brachte der
oekostrom AG auch den Spitzenplatz im Vergleich mit acht anderen neuen
Stromversorgern der Zeitschrift Konsument ein.
Als neuesten Service gibt die oekostrom®-Rechnung nun auch Auskunft über
die Kosten, die der Kunde der Allgemeinheit erspart. Grundlage der Angabe ist
die aktuelle Veröffentlichung der Enquete des Deutschen Bundestages zur
Nachhaltigen Energiewirtschaft. Für Kohle- bzw. Atomstrom belaufen sich
die Umweltschäden und sozialisierten Versicherungen auf bis zu 0,40 - bzw.
2,00 - pro Kilowattstunde.
Ausblick
Um das Wachstum von Sonne, Wind & Co. zu beschleunigen setzt die oekostrom AG
jedoch nicht nur auf den Vertrieb von ökologischem Strom. Das erklärte
Ziel des Unternehmens, das mit 480 beteiligten Privatpersonen und Unternehmen
eine der großen Beteiligungsgesellschaften im Energiebereich ist, ist
auch der Bau eigener Windparks, Biomasse- und Solaranlagen.
Ende 2002 wird sie im burgenländischen Parndorf einen Windpark errichten.
Fünf 1,5 MW-Anlagen werden Strom für 3000 Haushalte produzieren. Eine
zweite Ausbaustufe mit weiteren acht Windmühlen ist ebenfalls bereits genehmigt.
Im steirischen Hartberg laufen die Planungen für drei Biogasanlagen auf
Hochtouren. Gemeinsam mit den Stadtwerken Hartberg, die mit neun Prozent an
der oekostrom AG beteiligt sind, wird sie im Frühjahr 2003 einen Komplex
von drei Biogasanlagen errichten.
Im Oktober startet nun die dritte Kapitalerhöhung, bei der neue Aktien
ausgegeben werden, um diese Projekte zu finanzieren. Damit bietet sich für
jeden Interessierten die Gelegenheit, sich an diesem Stromversorger des solaren
Zeitalters zu beteiligen.
Abbildung 1: Das Netz der oekostrom®-Kraftwerke (Windkraft, Biomasse, Geothermie, Kleinwasserkraft und Solarenergie) wird dichter
Abbildung 2: Stromaufbringung der oekostrom AG im Zeitraum von Oktober 2001 bis September 2002
*) Mag. Ulfert Höhne ist Vorstand der oekostrom AG; hoehne@oekostrom.at [^]