Nachhaltige Gebäudekonzepte im Nichtwohnungsbau
Nachhaltige Gebäudenutzung
Die Suche nach einer Heimstätte für den Steirischen Herbst, Styriarte
und Graz 2003 führte letztendlich zu jener alten Industrieanlage, die schon
bislang als temporäre Spielstätte für verschiedene Veranstaltungen
diente.
Die Helmut List Halle
Durch das Zusammenwirken der drei steirischen Festivals und dem privaten Investor entstand das Profil für einen Veranstaltungsraum mit höchsten akustischen Anforderungen und größtmöglicher Flexibilität. Der Veranstaltungssaal der Helmut List Halle bietet nun maximal 1200 Sitzplätze.
Gestaffelter Baukörper
Die Struktur der bestehenden Stahlkonstruktion aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts
bildet den Rahmen für eine räumliche Komposition klar akzentuierter
und in die Tiefe gestaffelter Baukörper. Die Leichtigkeit und Transparenz
der Stahlfachwerke und Glasfassaden kontrastieren dabei mit den akustisch bedingten,
massiven Sichtbetonkonstruktionen. Warmtonige Wandverkleidungen im Foyer und
großflächige Vollholzelemente im Veranstaltungsraum schaffen ein
der zukünftigen Nutzung entsprechendes Ambiente und verbessern im Zusammenhang
mit musikalischen Darbietungen das Schwingungsverhalten und die Klangqualität
des zentralen Raumes.
Der mehrschalige Aufbau der Außenwände garantiert die notwendigen
physikalischen und bauakustischen Werte, mehrschichtige Boden- und Deckenkonstruktionen
verhindern Beeinträchtigungen durch Körperschallwellen, insbesondere
von jenen der benachbarten Bahntrasse. Die äußerste gläserne
Haut umschließt Veranstaltungsraum und dazu nötige Technik und legt
diese für den Betrachter frei.
Photovoltaik-Anlage in der Südfassade
Eine Photovoltaik-Anlage mit transluszenten Solarzellen ist als architektonischer Bestandteil der Fassade Süd im Bereich des Mittelteils der Technikzentrale vorgelagert. Projektiert wurde eine Gesamtfläche von 350 m² Solarzellen mit einer Spitzenleistung von 30-35 kWp. Insgesamt wurden 355 Solarmodule und 11 Strangwechselrichter der Marke Fronius verbaut. Durch diese Anlage wird im Jahr ca. 26.000 kWh elektrische Energie in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist.
Anzeige aktueller Werte
Über Großdisplays, welche im Eingangsbereich der Halle situiert sind, werden die aktuellen Werte zur Tageseinstrahlung, Tagesertrag, Gesamtertrag und CO2-Vermeidung angezeigt. Um eine aus funktionaler und kostenmäßiger Sicht optimierte Haustechnik zu gewährleisten, wurde die Errichtung der Anlage von der Firma Ökoplan Umweltdienstleistungen GmbH aus Hartberg in Form eines Contracting-Modells abgewickelt.
*) Arch. Dipl.-Ing. Markus Pernthaler ist Architekt in Graz, architekt@pernthaler.at, www.pernthaler.at [^]