Nachhaltige Gebäudekonzepte im Nichtwohnungsbau
Energieeffiziente Bürogeräte
Bis zu 40% des Stromverbrauches eines Bürogebäudes werden durch Bürogeräte
verursacht. Je nach Geräteausstattung und aktueller Nutzung können
in diesem Bereich 40-50% der Energiekosten eingespart werden.
Energieeffiziente Bürogeräte
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Die zunehmende Ausstattung vieler Büros mit PC erleichtert die Arbeit enorm. Gleichzeitig steigt dadurch aber der Stromverbrauch Jahr für Jahr. Doch wenn man sich mit diesem Stromverbrauch genauer beschäftigt, erlebt man seine Überraschung. Ein beträchtlicher Teil der Energie wird durch Stand-by und auch im Aus-Zustand (= Betriebszustand mit dem niedrigsten Energieverbrauch, bei dem das Gerät am speisenden Netz angeschlossen ist) verbraucht. Denn, was viele nicht wissen: Immer mehr Geräte belasten auch im ausgeschalteten Zustand die Energierechnung. Diese Geräte verfügen über keinen Schalter, der die Netzgeräte tatsächlich von der Stromversorgung trennt, sondern sind lediglich mit sogenannten "Soft-Schaltern" ausgerüstet. Im Jahr kann sich der Stromverbrauch im Aus-Zustand bei einer einzigen Gerätekombination aus PC, Monitor und Drucker rasch auf 20 kWh summieren. Gravierend wird dieser Verbrauch ohne konkreten Nutzen insbesondere in großen Dienstleistungsorganisationen bzw. Bürogebäuden in welchen dutzende, hunderte oder gar tausende Geräte eingesetzt werden. Gleichzeitig gibt es noch deutliche Verbrauchsunterschiede bei Stand-by: Während gute Monitore in diesem Betriebsmodus heute beispielsweise weniger als 2 W benötigen, muss bei ineffizienten Geräten mit einem doppelt- oder dreifach so hohen Leistungsbedarf gerechnet werden. Insgesamt ist festzustellen, dass der Standby-Verbrauch der Geräte durch technische Maßnahmen drastisch gesenkt werden konnte und bereits Leistungsaufnahmen von weniger als 1W realistisch sind. Dies bedeutet, dass der Konsument oder professionelle Geräteanwender sein Augenmerk heute und zukünftig verstärkt auf den Stromverbrauch im Betriebsmodus richten muss. Er sollte jedoch auch vor allem darauf achten, dass die Energiemanagementfunktionen der Geräte entsprechend genutzt werden. Der energiesparende Standby-Modus bei PCs und Monitoren wird nämlich nur dann von den Geräten automatisch eingenommen, wenn die dafür notwendigen Einstellungen im Betriebssystem getroffen werden.
Verbessertes Klima am Arbeitsplatz
Da letztlich die gesamte elektrische Energie, die ein Gerät aufnimmt,
in Wärme umgewandelt wird, heizt sich das Büro ungewollt auf. In der
kalten Jahreszeit wäre eine derartige "Zusatzheizung" vielleicht
angebracht, aber im Sommer belastet sie unnötig, und im Falle der Verwendung
einer Klimaanlage sogar noch durch zusätzlichen Energieverbrauch. Hier
wirkt sich der Einsatz eines energieeffizienten Gerätes doppelt aus!
In Räumen, in denen sich viele PC-Arbeitsplätze befinden, ist oft
eine sehr "dicke Luft". Geht man vom Status Quo aus und nimmt die
durchschnittlichen Verbrauchswerte der eingesetzten Geräte, so kommt man
pro Geräteset aus PC und CRT-Monitor auf rund 180 Watt Leistung im Betriebsmodus.
In einem Seminarraum mit 20 PC-Arbeitsplätzen entsteht somit eine "Zusatzheizung"
von 3.600 Watt (!) im Betrieb sofern die Standbyoptionen nicht entsprechend
genutzt werden.
In der Heizsaison wird diese zusätzliche Wärmequelle die Heizungsanlage
(teuer) unterstützen, im Sommer jedoch zur Belastung werden. Im Falle der
Verwendung einer Klimaanlage kommt hinzu, dass für die Kühlung der
Räume ein Weiteres an Energie aufgebracht werden muss, um diese Wärme
abzuführen. Der Einsatz energieeffizienter Geräte führt in diesem
Fall damit nicht nur zu weiteren, eventuell sogar doppelten Energieeinsparungen
durch die Einsparungen bei Klimageräten, sondern erhöht die Behaglichkeit
am Arbeitsplatz und hilft die Kosten weiter zu reduzieren. Ein energieeffizienter
PC mit TFT-Monitor kommt auf einen Leistungsbedarf im Betrieb von ca. 105 Watt
und 5 Watt im Stand-by, was im vorliegenden Beispiel die interne Wärmelast
deutlich herabsetzen würde.
Minimieren des Verbrauchs
Das Ausschalten der Bürogeräte, für die keine Betriebsbereitschaft besteht, ist sicher eine der Maßnahmen, Energie zu sparen. Doch wird das nicht immer und überall möglich sein. Außerdem ist Ausschalten nicht immer gleichzusetzen mit "Null Verbrauch". Bei vielen Geräten hängen nämlich das Netzgerät oder der Trafo direkt am Netz, was ständige Leerlauf-Stromverluste verursacht. Hier gäbe es nur eines - vom Netz nehmen, was in vielen Fällen auch heißt: Stecker raus! In vielen Fällen bieten schaltbare Steckerleisten eine praktikable Möglichkeit, um den Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand zu unterbinden. Generell ist es empfehlenswert, sich beim Gerätekauf zu erkundigen, ob das Gerät auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbraucht, oder ob es über einen Netzschalter verfügt, der die Stromzufuhr zum Netzgerät tatsächlich unterbindet.
Eine komfortable und wirtschaftlich sinnvolle Lösung zur Senkung des Energieverbrauches
im Betriebsmodus ist die Verwendung von Geräten mit eingebautem Energiemanagement.
Solche Geräte schalten sich aus, wenn sie nicht gebraucht werden bzw. wechseln
in einen Energiespar-Modus. Bei PCs und Monitoren wird dieses Energiemanagement
durch das Betriebssystem des Computers gesteuert (z. B. Windows XP, 2000). Jedoch
Vorsicht: Häufig werden neue Geräte ohne oder mit unzureichender Einstellung
des Energiemanagements ausgeliefert. Das bedeutet, dass in diesen Fällen
die Energiesparfunktionen nicht oder nur teilweise genutzt werden und der Stromverbrauch
entsprechend groß ist. Bei der Installation neuer Geräte sollte sich
der Käufer daher immer die Zeit nehmen und entsprechend den Anweisungen
im Handbuch des Betriebssystems die Einstellung des Energiemanagements vornehmen.
Meistens lassen sich die Energiesparfunktionen auf sehr einfache Weise einstellen
und sich dabei beispielsweise festlegen, nach welcher Zeit der Inaktivität
sich das Gerät automatisch in den Standby-Energiesparmodus begibt.
Ebenso wichtig wie die richtige Nutzung des Energiemanagements, ist die Beschaffung
von effizienten Geräten. Da der Stromverbrauch im Standbybetrieb durch
Nutzung der jeweiligen Energiemanagementoptionen in den vergangenen Jahren drastisch
reduziert werden konnte, sollte beim Gerätekauf zukünftig besonders
auf den Verbrauch im Betriebsmodus geachtet werden. Mit der Zunahme der Funkationalität
und Leistung vieler Geräte geht derzeit auch ein deutlicher Anstieg des
Stromverbrauches im Betriebsmodus einher.
Energieverbrauchslabels
Energieverbrauchslabels für energieeffiziente Geräte sind darauf
ausgerichtet, den potenziellen Käufer bei seiner Produktauswahl zu unterstützen.
Es gibt verschiedene Labes, die unterschiedliche Kriterien für die Bürogeräte
anlegen. Nähere Informationen über Prämierungsbedingungen und
ausgezeichnete Produkte erhalten Sie von den Zeichen-Trägern der Energieverbrauchslabels
- siehe Kasten.
Vergleicht man heute marktgängige Produkte, so ist bei den energieeffizienten
Geräten kein höherer Preis festzustellen. Es kann im Übrigen
bemerkt werden, dass mittlerweile der Großteil der angebotenen Geräte
den Mindeststandards für Energieeffizienz entsprechen, also zumindest mit
dem EnergyStar ausgezeichnet sind, der einen Basisstandard darstellt.
Das Energy Star-Programm für Bürogeräte wurde 2001 von der EU
offiziell für den europäischen Markt übernommen. Allerdings sind
die Kriterien von Energy Star derzeit technologisch überholt. Es befinden
sich neue Spezifikationen für sämtliche Gerätekategorien in Ausarbeitung,
die allerdings erst im Januar 2005 verpflichtend eingeführt werden. Für
verschiedene Gerätekategorien bietet derzeit das Label "Blauer Engel"
die beste Orientierungshilfe beim Gerätekauf. Auch das Label Energy kann
mit gewissen Einschränkungen für eine grobe Orientierung empfohlen
werden.
| Energieverbrauchs-Labels und Tipps zum Stromsparen im Haushalt |
| EnergyStar, EPA (United States Environmental Protection Agency), http://www.energystar.gov |
| ENERGY, GEA (Group for Efficient Appliances), http://www.gealabel.org/ |
| GED, Gemeinschaft Energielabel Deutschland Impulsprogramm Essen, http://www.impulsprogramm.de/ged |
| Energie 2000, Schweiz, Bundesamt für Energie (BFE), http://www.energielabel.ch/ |
| Der Blaue Engel, Umweltbundesamt, http://www.blauer-engel.de/ |
| TCO, Dachverband der Schwedischen Büroangestelltengewerkschaft, http://www.tco-info.com |
| Der Nordische Schwan, Nordic Ecolabelling, http://www.svanen.nu/Eng/eco |
| Umweltzeichen der EU, http://www.europa.eu.int/com |
| Österreichisches Umweltzeichen, BMLFUW, http://www.umweltzeichen.at/ |
| Tipps zum Stromsparen im Haushalt finden sie unter http://www.eva.ac.at/stromspar/index.htm |
Abbildung
1: Anteil des jährlichen Stromverbrauchs
bei elektrischen Bürogeräten
*) Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung der E.V.A. erstellt. Auf der Webseite der E.V.A. werden Informationen zum Thema Beschaffung und Nutzung ergeieffiezienter Geräte zur Verfügung gestellt. [^]