Solaranlagen im Geschoßwohnbau
AEE Projektinformationen / Service
In
Österreich werden seit 1992 die Marktentwicklung der photovoltaischen Systeme
und seit 1977 die Marktentwicklung der thermischen Solaranlagen erhoben und
dokumentiert.
Der Photovoltaik- und Solarthermiemarkt in Österreich 2003
Im Jahr 2003 wurden in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 6.490 kWp installiert. Dies entspricht einer Zunahme von 1.833 kW (+39,4%) gegenüber dem Vorjahr. Davon werden 2,8% autark betrieben ("Inselbetrieb"), 97,1% sind mit dem öffentlichen Netz gekoppelt und etwa 0,2% entfallen auf diverse Kleingeräte. Bei den netzgekoppelten PV-Anlagen wurde im Jahre 2003 ein Zuwachs von 1.773 kW (+39,1%) erzielt. Bei den autarken PV-Anlagen ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 63 kW zu verzeichnen (+54,3%). Der Markt für autarke PV-Anlagen ist offensichtlich schon weitgehend abgedeckt, z.B. zur Stromversorgung abgelegener alpiner Schutzhütten.
Abbildung 1: Kumulierte installierte Leistung der Photovoltaikanlagen in Österreich
Der bevorzugte Solarzellentyp für die im Jahre 2003 verkauften Photovoltaikanlagen
war die polykristalline Solarzelle mit einem Anteil von 75,9%, gefolgt von der
monokristallinen Solarzelle mit 22,3%, der EFG-Solarzelle mit 1,7%, und der
amorphen Solarzelle mit 0,1%.
Ende 2003 waren in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung
von etwa 16.833 kWp im Einsatz. Davon entfallen 87,1% auf netzgekoppelte Anlagen
und 12,9% auf autark betriebene Anlagen ("Inselbetrieb", inklusive
Kleingeräte).
Netzgekoppelte PV-Anlagen
Mit 31. Dezember 2003 waren in Österreich insgesamt 1.846 netzgekoppelte PV-Anlagen mit einer Anschlussleistung von 14,660 MW (peak) an das öffentliche Netz angeschlossen. Die Jahres-Einspeisemenge betrug für 2003 insgesamt 10.450 MWh (10,450 GWh), entsprechend einer mittleren Stromausbeute von 712 kWh/kWp. Mit den bis 31. Dezember 2003 an das Netz angeschlossenen PV-Anlagen - insgesamt 14,660 MW - wurde der im Ökostromgesetz festgelegte Höchstwert bereits erreicht. Bei E-Control lagen Ende Mai 2003 2.177 Anträge (24 MW Anschlussleistung) zur Anerkennung der Abnahmepflicht zu einem unterstützten Preis für die Stromeinspeisung gemäß Ökostromgesetz vor.
Solarthermiemarkt
Im Jahre 2003 wurden in Österreich ca. 407.100 m2 Kollektoren produziert
(im Jahre 2002 waren es 328.450 m²), davon etwa 95,9% Standard-Kollektor
(390.300 m²), 1,1% Vakuum-Kollektor (4.600 m²) und 3,0% Kunststoff-Absorber
(12.200 m²). Dies entspricht einem Zuwachs von +25,2% bei den Standard-Kollektoren
und von +15,0% bei den Vakuum-Kollektoren sowie einem Rückgang von -3,6%
bei den Kunststoff-Absorbern im Vergleich zum Vorjahr.
Bis Ende 2003 wurden in Österreich insgesamt 2.711.877 m² Kollektorfläche
installiert. Abzüglich der Kollektoren mit Betriebszeiten über 20
Jahre waren Ende 2003 ca. 2.693.177 m2 Kollektoren in Betrieb. Davon entfallen
auf Standard-Kollektoren 77%, auf Kunststoff-Kollektoren 22% und auf Vakuum-Kollektoren
1%.
Arbeitsplätze und Exportzuwächse
In Österreich waren im Jahre 2003 22 Produktionsfirmen tätig. Im
Jahre 2003 wurde im Bereich der Solarthermik ein Umsatz von geschätzten
151 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit sind etwa 2.155 Arbeitsplätze
verbunden.
Deutliche Zuwächse sind im Export der Standard-Kollektoren festzustellen:
+41% im Vergleich zum Jahr 2002. Bei den Vakuum-Kollektoren lag der Exportzuwachs
bei +16%. Demgegenüber ist bei Kunststoff-Absorbern der Export vernachlässigbar.
Der Exportzuwachs bei den verglasten Kollektoren ist auf die Erholung am deutschen
Solarmarkt zurückzuführen, sowie auf erfolgreiche Bemühungen
der österreichischen Kollektor-Produzenten bei der Erschließung neuer
Märkte in Südeuropa und Asien. Der Import von Kollektoren ist in den
letzten Jahren deutlich zurückgegangen.
Abbildung 2: Entwicklung von Produktion, Export, Import und Inlandsmarkt von Standard-Kollektoren
Im Jahre 2003 wurden etwa 9.300 Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung
und 300 Solaranlagen zur Schwimmbaderwärmung errichtet. Die für Warmwasserbereitung
und Raumheizung installierte Kollektorfläche betrug im Jahre 2003 166.920
m². Der Inlandsmarkt 2003 für Standard- und Vakuum-Kollektoren hat
im Vergleich zum Jahre 2002 um ca. 13.870 m2 zugenommen (+9,1%). Der Inlandsmarkt
für nicht-abgedeckte Kollektoren (Kunststoff-Absorber) ist von 2002 auf
2003 um 650 m2 abgefallen (-6,2%).
Der Jahreswärmeertrag der noch in Betrieb befindlichen Solaranlagen lag
Ende 2003 bei etwa 919 GWh/Jahr, entsprechend einem Jahres-Heizöläquivalent
von 145.402 Tonnen Heizöl pro Jahr. Bezogen auf Heizöl (extra leicht)
ergibt sich bei den thermischen Solaranlagen derzeit eine Reduktion der energiebedingten
Kohlendioxidemissionen um 429.000 Tonnen pro Jahr.
Förderungen
Neben den Landesförderungen werden Solaranlagen in Gewerbe und Industrie über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH gefördert. Im Jahre 2003 wurden 228 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von 16.242 m² mit insgesamt 3,02 Millionen Euro gefördert. Die Investitionskosten betrugen 10,05 Millionen Euro. Vergleichswerte für 2002: 148 Solaranlagen, 6,794 m² Kollektorfläche, 1,24 Millionen Euro Förderung und 4,25 Millionen Euro Investitionskosten.
Literatur
/1/ G. Faninger (iff-Universität Klagenfurt), Bundesverband PHOTOVOLTAIK
Österreich, Photovoltaikmarkt in Österreich 2003, März 2004
/2/ G. Faninger (iff-Universität Klagenfurt), AUSTRIA SOLAR, Der Solarmarkt
in Österreich 2003, März 2004
Die beiden vollständigen Studien sind auf der Homepage www.aee.at
im Menü Infos als Download vorhanden.
*) Univ.- Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Fanninger, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, (Klagenfurt-Wien-Graz), iff, Abteilung für systematische Interventionsforschung und Weiterbildung, Universität Klagenfurt [^]