Solaranlagen im Geschoßwohnbau
AEE Projektinformationen / Service
Die
Brennwerttechnik war bisher den fossilen Energieträgern Gas und Heizöl
vorbehalten. Jetzt gibt es den ersten Pellets-Brennwertkessel auf dem Markt.
Die Brennwerttechnik nutzt die Restenergie im Abgas, insbesondere die Kondensationsenergie
im verbliebenen Wasserdampfgehalt des Rauchgases.
Pellets-Brennwerttechnik
Kesselwirkungsgrad
Der Wirkungsgrad der Pelletsverbrennung liegt für konventionelle Kessel
bei etwa 91%. Nach dem Kesselwärmetauscher hat das Rauchgas ca. 140 °C,
die mitsamt dem enthaltenen Wasserdampf in den Kamin und damit verloren gehen.
Durch einen Abgaswärmetauscher wird diese Energie dem Rauchgas im ÖkoFen
Brennwertkessel entzogen und auf das Heizungswasser übertragen.
Das Abgas wird so auf unter 50 °C abgekühlt und das anfallende Kondensat
aus dem Wärmetauscher in die Kanalisation eingeleitet. So wird der obere
Heizwert (Brennwert) des Brennstoffes zu einem guten Teil ausgenutzt und ein
Kesselwirkungsgrad von über 100% erreicht (siehe Grafik).
Voraussetzung für die Brennwertnutzung ist eine niedrige Rücklauftemperatur
(TRL) von möglichst unter 30 °C, wie sie aus Flächenheizungen
aber auch aus herkömmlichen Radiatoren zum Heizkessel üblich sind.
Die Höhe der Vorlauftemperatur (TVL) spielt beim Pelletskessel keine Rolle,
sodass bei höherer TVL durch geringste Massenflüsse auch in hydraulisch
abgeglichenen Radiatoren während der kältesten Jahreszeit TRL von
25-28 °C erzielt werden können. Mit Hilfe konventioneller Wohnraumstationen
können diese Voraussetzungen samt der Wassererwärmung ohne Boiler
optimal bereitgestellt werden.
Feldversuche
Die Feldversuche für die Entwicklung zur Marktreife dauern schon zwei
Jahre. Seit Dezember 2002 wird im AEE-Bürohaus in Villach auf einem Feldversuchsprüfstand
der erste Brennwertkessel der Fa. ÖkoFen in Lembach/OÖ betrieben.
Es handelt sich um einen kleinen 2-8 kW Kessel, der speziell für Energiesparhäuser
mit geringem Leistungsbedarf entwickelt wurde. Die benötigte Standfläche
beträgt 100x70 cm.
Die Beschickung des Kessels erfolgt über einen Behälter auf einer
digitalen Waage, die Werte von Pelletsverbrauch und Wärmeerzeugung werden
in Minutenabständen gespeichert. Aus den Aufzeichnungen ergeben sich bei
einem Energieinhalt der Pellets von 4,81 kWh/kg Wirkungsgrade zwischen 100,7
und 102,8% (fast immer Volllastbetrieb). Es zeigt sich, dass die niedrigeren
Werte durchwegs bei höheren TRL von ca. 40 °C verzeichnet wurden. Im
Mikronetz des AEE-Bürohauses mit vier Nachbarhäusern (sieben Haushalte),
die auch mit Wärme versorgt werden, lässt sich die höhere TRL
nicht vermeiden - im gut konzipierten Neubau aber durchaus.
In der Praxis ergibt sich durch die Effizienzsteigerung dieser neuen Kesselgeneration
etwa 12-20% Brennstoffeinsparung gegenüber konventionellen Lösungen.
Seit Mitte 2004 werden die "Pelletsraketen" serienmäßig
ausgeliefert.
Weitere Informationen:
Ing. Armin Themeßl ist Geschäftsführer
der AEE Büro Villach und Betreiber der Wärmeversorgung rund um das
Bürohaus, a.themessl@aee.at