Solare Prozesswärme
Komponenten
Ziel
der Energieforschung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und
Technologie ist es, Innovationen zu forcieren und Beiträge zu einer nachhaltigen
Entwicklung zu leisten.
Produzieren
mit Sonnenenergie
Mit Forschung zu innovativen Lösungen für eine nachhaltige
Entwicklung
Von Brigitte Weiß und Michael Hübner*
Die zur Verfügung stehenden Instrumente sind unter anderem das Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften mit den Programmlinien Haus der Zukunft, Fabrik der Zukunft und Energiesysteme der Zukunft sowie die Förderung von Forschungskooperation innerhalb der Programme der Internationalen Energieagentur (IEA). Ein Beispiel für die erfolgreiche Verwirklichung dieser Strategien ist die Solarthermie.
Solarthermie - eine Erfolgsgeschichte
In Österreich wird langjährig Forschung und Entwicklung im Bereich Solarthermie betrieben. Im Bereich der solaren Warmwasserbereitung und Raumheizung konnten österreichische Firmen in Folge dieser Aktivitäten weltweite Spitzenpositionen erlangen. Darauf aufbauend werden jetzt Anwendungen im industriellen und gewerblichen Bereich verstärkt erforscht. Innerhalb der Programmlinie Fabrik der Zukunft wurde die Machbarkeit des Einsatzes von Solarthermie in Industrie und Gewerbe anhand von Beispielen aus den Branchen Lebensmittel, Textil und Chemie untersucht. Ziel war es, technische und wirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen für Betriebe über eine Nutzung von Solarthermie zu schaffen. Dabei wurde neben Anwendungen im Niedertemperaturbereich (bis 250 °C) auch die Bereitstellung von solarer Prozesswärme betrachtet. Unter aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besteht in den genannten Branchen ein kurzfristiges Potenzial von 3,3 PJ/a und ein mittelfristiges Potenzial von 5,3 PJ/a. Somit können mittelfristig beachtliche 2% des gesamten industriellen Energiebedarfs in Österreich solarthermisch erzeugt werden.
F&E in internationaler Kooperation
Um das festgestellte Potenzial der Solarthermie in Industrie- und Gewerbe
optimal erschließen zu können besteht noch Forschungsbedarf. Themen
sind z. B. die Entwicklung von Kollektoren für den Mitteltemperaturbereich
oder die Erarbeitung von ausgereiften systemtechnischen Lösungen. Weiterentwicklungen
werden in Kooperationen innerhalb der Forschungsprogramme der IEA durchgeführt.
Der für diese Thematik nötige Wirtschaftsbezug wird durch die Beteiligung
von 13 Firmen am Projekt gewährleistet. Die österreichischen Arbeiten
werden derzeit innerhalb der Programmlinie Energiesysteme der Zukunft durchgeführt.
Es ist bereits erkennbar, dass mit den beschriebenen Aktivitäten im Bereich
Solare Prozesswärme der Grundstein für Nachhaltigkeitsinnovationen
gelegt wird, die einen keinesfalls zu unterschätzenden Impuls für
die Wirtschaft bedeuten. Damit zeigt sich erneut die Bedeutung von kontinuierlicher
Forschung und Entwicklung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
*)Dipl.-Ing. Brigitte Weiß und Ing. Michael Hübner sind in der Abteilung Energie- und Umwelttechnologie im BMVIT im Programmmanagement des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften und in Agelegenheiten der internationalen Energieforschung tätig, brigitte.weiss@bmvit.gv.at, www.nachhaltigwirtschaften.at, www.energiesystemederzukunft.at [^]