Nachhaltige Energieregionen
Energieregionen
Wie
kaum ein anderer Innovationsbereich konnte der Bereich des energieeffizienten
Bauens in den letzten Jahren rasante Fortschritte verzeichnen. Nicht zuletzt
auch aufgrund der stetig steigenden Kosten für Heizöl und Erdgas stößt
das Thema auf das rege Interesse von ForscherInnen, ArchitektInnen und KonsumentInnen.
Innovationsbereich energieeffizientes und ökologisches Bauen
Von Hannes Bauer, Julia Fürst, Michael Hübner und Brigitte Weiß*
Das Passivhaus ist der Baustandard der Zukunft. Könnten innerhalb der nächsten 50 Jahre alle Gebäude Österreichs auf Passivhausstandard gebracht werden, so ergäbe das eine Einsparung von 37.000 GWh Strom jährlich, das entspricht 60 Prozent des gesamten Stromverbrauchs oder der jährlichen Leistung von drei großen Kraftwerken.
Ziel der Programmlinie „Haus der Zukunft“ im Impulsprogramms „Nachhaltig Wirtschaften“ des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie ist die Erforschung und Entwicklung zukunftsfähiger Technologien und Lösungen für nachhaltiges Bauen und Wohnen. Nach mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsphase werden nun nach und nach die aktuellen innovativen Ergebnisse im Rahmen von Demonstrationsgebäuden umgesetzt.
Passivhaus aus Stroh: S-HOUSE
Das S-House demonstriert die Anwendung der Passivhaustechnologie in Holz-Strohballenbauweise
an einem zweigeschossigen Büro- und Ausstellungsgebäude und wurde
von der Gruppe Angepasste Technologie an der TU Wien (GrAT) errichtet.
Zur Umsetzung des Faktor-10-Konzepts war unter anderem die Ressourcenschonung
und Minimierung von Baurestmassen bei der Errichtung des Hauses und die Rückbaubarkeit
aller Bauteile eine wichtige Zielsetzung des Projekts. Um ein späteres
Entfernen der Fundamente zu erleichtern, wurden die Hohlräume für
die Punktfundamente nach dem Ausheben mit Folien ausgekleidet.
Die Lehmputzgewinnung für die Außenanwendung erfolgte durch Verwendung
des Aushubmaterials der Punktfundamente. Der Baustoff Stroh weist ausgezeichnete
baubiologische Eigenschaften auf. Unterstützt durch eine innovative Konstruktion,
erlauben diese den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Passivhaustechnologie.
Neben den Strohballenwänden werden auch Wandaufbauten mit anderen Dämmstoffen
(z.B. Hanf, Flachs, Schafwolle, Zellulose) eingebaut.
Das S-HOUSE erhielt die internationale Auszeichnung „Global 100 EcoTech
Award“ bei der EXPO 2005 in Japan.
Das Schiestlhaus am Hochschwab
Ein weiteres Demonstrationsgebäude, das Schiestlhaus, ist ein Vorbild für einen nachhaltigen alpinen Stützpunkt in Insellage und wurde am 2.9. 2005 am Hochschwab in 2150 Meter Höhe eröffnet. Diese weltweit erste Schutzhütte in Passivhausqualität basiert auf einem ökologischen Gesamtkonzept mit den Schwerpunkten Holzbau, energieautarke Bewirtschaftung unter Nutzung von Solarkollektoren zur Bereitstellung von Warmwasser und Photovoltaikmodulen zur Stromgewinnung, biologische Abwasseraufbereitung und Regenwassernutzung.
Abbildung 2: Das Schiestlhaus am Hochschwab, Steiermark, Quelle: Projektfabrik Waldhör KEG
Weitere Informationen: www.HAUSderZukunft.at
Biogas-Netzeinspeisung in Österreich
Österreich weist ein technisch nutzbares Biogas-Potenzial mit einem Energiegehalt
von etwa 24 PJ pro Jahr auf. Das entspricht in etwa 6,7 % des jährlichen
Erdgasverbrauchs. Bei Nutzung des vorhandenen Biogaspotenzials könnten
die CO2-Emissionen um jährlich 1,18 Millionen Tonnen gesenkt werden. Das
sind immerhin 1,6 % der jährlichen österreichischen CO2-Emissionen.
Die Studie „Biogas-Netzeinspeisung“ im Rahmen der Programmlinie
„Energiesysteme der Zukunft“ untersucht die rechtlichen, wirtschaftlichen
und technischen Voraussetzungen in Österreich, die gegebenen sein müssen,
um der Biogas-Netzeinspeisung zum Durchbruch zu verhelfen.
Die Untersuchungen im Rahmen der Studie zeigten, dass sich die derzeit gültigen
Anforderungen an die Gasqualität historisch bedingt ausschließlich
an Erdgas orientieren. Die besonderen Eigenschaften für Biogas, insbesondere
der niedrigere Energiegehalt von Biogas, wird nicht berücksichtigt. Biogas
muss daher derzeit sehr kostenaufwendig auf Erdgasqualität aufbereitet
werden, ehe es eingespeist werden kann. Die Bandbreite für die spezifischen
Gesamtkosten der Biogas-Netzeinspeisung beträgt für eine Anlage mittlerer
Größe (300 m3/h) etwa 3,1 bis 5,7 €cent/kWh.
Es wäre es technisch möglich, gereinigtes Biogas auch als sogenanntes
„Zusatzgas“ in das Gasnetz einzuspeisen. Damit könnte die teure
Methananreicherung (ca. 2,5 €cent/kWh) vermieden werden. Bei den derzeitigen
Rahmenbedingungen könnten damit etwa 10% des verfügbaren Biogases
ins Gasnetz eingespeist werden.
Ein wesentliches Hemmnis für eine attraktive Biogas-Vermarktung ist die
Berechnung des Nutzungstarifes für das Gasnetz. Auch wenn das Gasnetz nur
für kurze Distanzen genutzt wird, muss vom Biogas-Einspeiser der volle
Tarif gezahlt werden. Um regionale, dezentrale Versorgungssysteme zu unterstützen,
müsste das Tarifsystem durch ein System ersetzt werden, dass die kleinräumige
Nutzung des Gasnetzes durch Biogas berücksichtigt. Ein kostengerechter,
entfernungsabhängiger Systemnutzungstarif ist eine wesentliche Voraussetzung
für eine wirtschaftliche Biogas-Netzeinspeisung.
![]() „Biogas-Netzeinspeisung - Rechtliche, wirtschaftliche und technische Voraussetzungen in Österreich“ Autoren: D. Hornbachner, G. Hutter, D. Moor Diese Studie ist in der Schriftenreihe aus Energie- und Umweltforschung, Nr. 19a/2005 erschienen. Bestellmöglichkeit auf www.NachhaltigWirtschaften.at oder bei versand@projektfabrik.at. |
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Tagung |
| Biogas - Innovative Ansätze für die Netzeinspeisung Folgende Fragestellungen stehen im Vordergrund:
Anmeldung: Frau Yvonne Diem, yvonne.diem@ffg.at, Tel.: 01/057755-5011. Weitere Informationen: www.EnergiesystemederZukunft.at |
*) Mag. Hannes Bauer, Julia Fürst, Ing. Michael Hübner und Dipl.-Ing. Brigitte Weiß sind in der Abteilung Energie- und Umwelttechnologien im BMVIT im Programmmanagement des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften und in Angelegenheiten der internationalen Energieforschung tätig, www.nachhaltigwirtschaften.at, www.energiesystemederzukunft.at [^]