Neue Wege in der Solarthermie
AEE Projektinformationen und Service
Abbildung:
Ausgaben der öffentlichen Hand 1977-2004 (Zuordnung nach IEA-Code)
Quelle: bmvit
Die Entwicklung des Ölpreises und die zu Jahresbeginn aufgetretenen Versorgungsprobleme mit russischem Erdgas haben uns die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern deutlich vor Augen geführt. Massive Stromausfälle in Europa und in den USA, aber auch Versorgungsausfälle bei fossilen Energieträgern in Osteuropa haben gezeigt, wie sensibel das für unsere Wirtschaft so wichtige Energieversorgungssystem ist.
Die Rolle der Forschung für die Entwicklung zukunftsfähiger Energiesysteme
In dem jüngst erschienenen Grünbuch der Europäischen Kommission wird eine neue europäische Strategie für nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energie vorgeschlagen, die Prioritäten für eine zukünftige Energiepolitik setzt: Ein Aktionsplan für Energieeffizienz soll entwickelt werden, ein Fahrplan für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger soll vorgelegt werden. Innovationen können helfen, einen strategischen Plan für Energietechnologien zu realisieren. Forschung und Entwicklung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Forschung spielt eine Schlüsselrolle
Innovative Energietechnologien sind in Österreich zu einem beachtlichen
Wirtschaftsfaktor geworden. In bestimmten Technologiefeldern der Biomassenutzung
und Solarenergienutzung ist Österreich heute Export-Europameister. Auch
in der Forschung zu diesen Themen hat Österreich eine Führungsrolle.
Dies ist dem beachtlichen Engagement regionaler Initiativen, vorausblickender
Akteure aus der Wissenschaft und Wirtschaft sowie einer langfristigen, klar
ausgerichteten Energieforschungspolitik zu verdanken.
Bereits 1974, als infolge der Ölschocks die Internationale Energieagentur
(IEA) gegründet wurde, war Österreich ein aktives IEA-Mitglied und
setzte schon damals in der Energieforschung auf die Schwerpunkte „Erneuerbare
Energieträger“ und „Energieeffizienz“. Dazu kamen kontinuierlich
maßgebliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Um die Frage der langfristigen Energieentwicklung verstärkt zu thematisieren
und entsprechende Strategien zu entwickeln, wurde in Österreich ein Strategieprozess
mit der Bezeichnung „ENERGIE 2050“ initiiert. Dabei sollen langfristige
Energieoptionen entwickelt und bewertet werden, um davon die entsprechenden
Forschungsschwerpunkte und technologische Innovationsstrategien abzuleiten.
Erste Erfolge mit „Energiesysteme der Zukunft“
Erste Beiträge zu zukunftsfähigen Energiesystemen wurde in Österreich
im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
initiierten Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften geleistet. Mit der Programmlinie
„Energiesysteme der Zukunft“ werden ausgewählte Themen aufgegriffen
und auf der Basis von Grundlagenforschung sowie Technologieentwicklungen Modell-
und Demonstrationsprojekte errichtet.
Ziel der Programmlinie ist es, Technologien und Konzepte für die Nutzung
erneuerbarer Energieträger so zu entwickeln, dass sie zu einer Versorgung
in energieeffizienten und flexiblen Energiesystemen beitragen können.
Bisher wurden im Rahmen der ersten beiden Ausschreibungen über 70 Projekte
finanziert und vielversprechende Ergebnisse erreicht. Ein Beispiel ist die Entwicklung
und Erprobung von Biogasreinigungs- und Verdichtungsprozesse zur Netzeinspeisung,
die erstmals in Österreich in einer Anlage in Pucking (OÖ) zur Anwendung
gekommen ist. Auch multifunktionale Energiezentren auf Basis von Biomasse und
Solarenergie spielen für zukünftige Versorgungssysteme eine wichtige
Rolle. Beispiele dazu konnten entwickelt und erprobt werden. Sie erzeugen aus
regional anfallenden Energieträgern nicht nur Strom und Wärme, sondern
auch Treibstoffe.
Die Herausforderung ist nun, bei diesen Erfolgen anzuknüpfen und Österreich
mit Hilfe einer offensiven und strategisch ausgerichteten Energieforschung im
Bereich der innovativen Energietechnologien optimal zu positionieren.
Weitere Informationen: www.NachhaltigWirtschaften.at
*)Dipl.- Ing. Michael Paula leitet die Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und initiirte das "Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften" [^]