Solarwärme boomt
Solarthermie
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S.O.L.I.D.
2008 wird China für einen Monat zum Blickpunkt der (Sport-)Welt: in Peking und Qingdao finden die olympischen Sommerspiele statt. Und das Schlagwort der „Grünen Spiele“ findet erstmals auch mit thermischer Solarenergie einen nennenswerten Niederschlag: Im Olympischen Segelzentrum wird mit Solarwärme klimatisiert, das olympische Dorf und die Trainingszentren erhalten solar bereitetes Warmwasser.
Österreichische Solartechnologie für Ölympische Spiele in China
Abblidung 1: Montage 30 Meter über Grund
China steht heute an der Schwelle vom Entwicklungsland zu einer modernen Nation.
Im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit möchte sich das Land natürlich
up to date präsentieren. Daher sind einige der olympischen Sportstätten
bereits heute fertig gestellt. Bei der Ausstattung wurde vielfach auf internationales
Know-how zurückgegriffen wenn auch die Ausführung überwiegend
durch chinesisches Personal erfolgte.
Im Rahmen des ersten Besuchs beim olympischen Komitee 2003 wurden in groben
Zügen die Anwendungsmöglichkeiten von Solarthermie skizziert. Mit
der Architektur wurde ein australischer Architekt beauftragt. Moderne Pläne
ergaben eine Herausforderung für eine optisch und technisch sinnvolle Integration
der Solaranlagen.
Die erste schwierige Hürde ergab sich bei der Abstimmung mit chinesischen
Normverbräuchen. Sowohl die Kühllasten als auch der Warmwasserverbrauch
laut Norm lag um das vier bis sechs Fache über unseren realen Erfahrungswerten.
Die Normen in China haben einen noch viel höheren Stellenwert als in Österreich.
Schließlich einigte man sich darauf, dass die Solaranlagen nach den Erfahrungswerten
von SOLID ausgelegt werden, jedoch die bauseits ohnehin vorhandene Fernwärme
das Backup für die chinesischen Normauslegungen erfüllen sollte.
Von der so ermittelten Solarfläche wurden durch architektonische Änderungen
einige Abstriche gemacht, bis sich letztlich eine Gesamtfläche von ca.
1.300 m² ergab. Dies entspricht einer installierten Leistung von 913,5
kWth. Der prognostizierte Jahresertrag der Solaranlage liegt bei 730 MWh. Weiters
wurden zwei Kühlmaschinen mit einer Leistung von 260 kW installiert. Die
Anlage dient der Beheizung des olympischen Schwimmbads und der Beheizung aller
dazugehörenden Räume. Weiters werden die beiden Kühlmaschinen
zur Kühlung des Logistikzentrums mit solarer Wärme betrieben. Als
Backup dient in jedem Fall die Fernwärme.
Der Bau der Anlage erfolgte unter österreichischer Bauleitung mit Dolmetscher
und vielen lokalen Arbeitskräften.
*) Dr. Christian Holter ist Geschäftsführer der S.O.L.I.D. Gesellschaft für Solarinstallationen & Design mbH, office@solid.at [^]