Solarwärme boomt
Solarthermie
Solarsysteme
sind mittlerweile zu einem fixen Bestandteil in der Wärmeversorgung von
Geschoßwohnbauten geworden. Dies demonstrieren eine Vielzahl von Wohnbauträgern,
die Solarsysteme zum Ausführungsstandard zählen, genauso wie die neue
Wohnbauförderungsrichtlinie der steiermärkischen Landesregierung,
die eine solarunterstützte Wärmeversorgung als Förderungsvoraussetzung
vorschreibt.
Hoher
Qualitätsstandard bei Solarsystemen im Geschoßwohnbau
Ergebnisse eines Breitentests
Entscheidend für diese Entwicklung ist die hohe Leistungsfähigkeit und der hohe Qualitätsstandard von thermischen Solarsystemen, was sich angesichts der Entwicklung bei den Preisen für fossile Energieträger unmittelbar in betriebswirtschaftlichen Vorteilen niederschlägt. Zu diesem Ergebnis kam die Forschungseinrichtung AEE INTEC, die im Rahmen eines Breitentests zehn Demonstrationsprojekte (neun Projekte aus der Steiermark, eines aus Salzburg) von der Planungsphase bis hin zu einer einjährigen messtechnischen Untersuchung wissenschaftlich begleitet hat. Auftraggeber dieses Breitentests waren das Land Steiermark, das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (im Rahmen der Programmlinie „Haus der Zukunft“).
Die Demonstrationsprojekte
Die Bandbreite der Gebäudegrößen der begleiteten Bauprojekten
reicht von kleinen Wohnanlagen mit sechs Wohnungen und reihenhausartiger Bebauung
bis hin zu Geschoßwohnbauten mit über 60 Wohnungen in Kombination
mit Büro- und Geschäftslokalen. Die größte Solaranlage
umfasst 240 m² Kollektorfläche, die kleinste 30 m². Insgesamt
wurden im Rahmen des Breitentests knapp 1.200 m² Kollektorfläche und
rund 100 m³ Speichervolumen für die Wärmeversorgung von über
400 Wohnungen installiert. Die ausgearbeiteten und zur Umsetzung gelangten solarunterstützten
Wärmenetze basieren alle auf dem Prinzip des „Zwei-Leiter-Netzes“
mit dezentraler Brauchwassererwärmung in der Wohnung über sogenannte
Wohnungsstationen.
Dabei lag der Schwerpunkt darin, nicht nur die Solaranlage als einzelne Komponente
zu sehen, sondern das gesamte Wärmeversorgungssystem zu analysieren. Die
so erzielten Messergebnisse zeigten ein äußerst zufriedenstellendes
Betriebsverhalten aller untersuchten solarunterstützten Wärmeversorgungsanlagen.
Abbildung 1a: Abbildung 1b: Projekt „Theodor Körner Straße, Graz“: 61 Wohneinheiten, zuzüglich 1.500m² Bürofläche (Büro der steirischen Siedlungsgesellschaft ENW), 240 m² Kollektorfläche, 168 kWth installierte Leistung, 20 m³ Energiespeichervolumen. Solarer Deckungsgrad am gesamten Wärmebedarf beträgt 15%
Abbildung 2: Vergleich von Simulation und Messwert der spezifischen Kollektorerträge
Abbildung 3a: Abbildung 3: Projekt „Lange Gasse, Graz“: 63 Wohneinheiten zuzüglich 800m² Geschäftsflächen, 214 m² Kollektorfläche, 150 kWth installierte Leistung, 16m³ Energiespeichervolumen. Solarer Deckungsgrad am gesamten Wärmebedarf beträgt 20%
Ausgezeichnete Ergebnisse
Der in den Vergabeverträgen der Bauträger fixierte Garantiewert
des Solarertrags (bei allen Projekten mit 350 kWh/m²a vertraglich festgelegt)
konnte in der Praxis bei allen Anlagen überschritten werden. Obwohl die
solaren Deckungsanteile am Gesamtwärmebedarf (Warmwasser und Raumwärme)
bei den meisten Geschoßwohnbauten zwischen 12 und 20% liegen, erreichen
die spezifischen Solarerträge trotzdem beachtliche Jahreswerte zwischen
360 kWh/m² und 440 kWh/m² Bruttokollektorfläche. Die erzielten
Jahressystemnutzungsgrade der Wärmeversorgungs-systeme liegen bei ausgezeichneten
Werten zwischen 75 und 85%.
Abbildung 2 zeigt den Vergleich der spezifischen Jahressolarerträge der
Messanlagen sowie der jeweiligen Simulationsergebnisse. Einerseits stimmen die
gemessenen Solarerträge (grün) sehr gut überein mit den prognostizierten
Erträgen (gelb) und andererseits wurde bei allen Anlagen der vertraglich
fixierte Garantiewert von 350 kWh/m²a Solarertrag überschritten. Die
gute Übereinstimmung zwischen den prognostizierten Ergebnissen aus der
Planungsphase mit den tatsächlich erzielten Anlagenerträgen zeigt
deutlich die hohe Planungssicherheit bei solarunterstützten Wärmenetzen.
Weiters zeigen die Ergebnisse aus dem Breitentest, dass solarunterstützte
Wärmenetze auf diesem Qualitätsstandard auch nach betriebswirtschaftlichen
Gesichtspunkten absolut interessant sind. So konnten für die betrachteten
Solarsysteme, in Abhängigkeit des substituierten Energieträgers und
der gewährten Förderung, dynamisch ermittelte Amortisationszeiten
zwischen 10 und 20 Jahren ermittelt werden. Und das bei einer prognostizierten
Lebensdauer von mindestens 25 Jahren.
Zentrale Erfolgsfaktoren
Die Ergebnisse des gegenständlichen Projektes zeigten es ganz deutlich: Solarunterstützte Wärmenetze, ausgeführt nach dem letzten Stand der Technik, sind effizient, im Betrieb zuverlässig und auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht absolut lukrativ. Einige zentrale Faktoren sind bei der erfolgreichen Umsetzung solarunterstützter Wärmenetze mit höchster Effizienz und Wirtschaftlichkeit aber einzuhalten.
Hinweis
Setzen Sie auf kompetente Partner bei Planung und Umsetzung Ihrer solarunterstützten Wärmeversorgungsanlagen. Im Rahmen des von AEE INTEC koordinierten klima:aktiv Programms solarwärme werden Spezialkurse angeboten, die bereits von mehr als 250 Haustechnikplanern und planenden Installateuren österreichweit besucht wurden. Weitere Infos hierzu finden Sie unter http://www.solarwärme.at/Profi-Center.
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Solarwärme
ist klima:aktiv
Das klima:aktiv Programm solarwärme ist eine gemeinsame Initiative des Lebensministeriums mit der österreichischen Solarindustrie und beschäftigt sich u. a. schwerpunktmäßig mit der breiten Umsetzung von Solarsystemen höchster Qualität im Bestand bzw. im Neubau von Mehrfamilienhäusern. Zur bestmöglichen Information bzw. Unterstützung von Wohnbauträgern, Hausverwaltungen, Architekten, Haustechnikplaner, etc. werden vielfältige Serviceleistungen angeboten:
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| Und was sagt die Wohnungswirtschaft? „Wir nutzen die Vorteile von thermischen Solaranlagen schon seit
einigen Jahren und können auf ausgezeichnete Ergebnisse zurückblicken.
Im Neubau sind Solaranlagen mittlerweile Standard bei unseren Projekten
und die Sanierung zeigt ein klares Potenzial für den Einsatz dieser
umweltfreundlichen Technologie. |
Abbildung 4a: Abbildung 4b: Projekt „Eggenberger Allee, Graz“: 62 Wohneinheiten, 120 m² Kollektorfläche, 84 kWth installierte Leistung, 8 m³ Energiespeichervolumen. Solarer Deckungsgrad am gesamten Wärmebedarf beträgt 12%
*) Ing. Christian Fink ist Mitarbeiter der AEE INTEC in Gleisdorf, war Leiter des Breitentests "OPTISOL" und ist aktuell Leiter des klima:aktiv Programms solarwäme, c.fink@aee.at [^]