Solarwärme boomt
Nachhaltige Gebäude
Im Rahmen des Forschungsprogramms „Haus der Zukunft“
– initiiert 1999 durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation
und Technologie – wurden neben zahlreichen Technologieentwicklungen bisher
23 Demonstrationsgebäude umgesetzt.
Neue Behaglichkeit im großvolumigen Wohnbau
Von Hannes Bauer und Robert Freund*
Die Vorzeigeprojekte im großvolumigen, sozialen Wohnbau zeichnen sich durch Innovationen bei Passivhaustechnologien aus, die neben niedrigen Bau- und Heizkosten eine bisher unerreichte Behaglichkeit und Luftqualität bieten. Je ein Beispiel für Neubau und Sanierung werden hier präsentiert.
Klima.Komfort.Haus
Am 15. September 2006 wurde das Klima.Komfort.Haus, eine mehrgeschossige Wohnhausanlage in Passivhaus- und Holzfertigteilbauweise, vom Bauträger Famillienhilfe - Gemeinnützige Bau- und Siedlungsges.mbH in Wien eröffnet. Die Anlage besteht aus fünf Baukörpern mit unterschiedlichen Passivhaustechnologien mit innovativem Einsatz von Alternativenergie und demonstriert die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten.
Heizung und Lüftung:
Bereitstellung der Restwärme für die Beheizung der Wohnungen:
Warmwasseraufbereitung:
Qualitätsüberprüfung
Eine Qualitätsüberprüfung mit einer Total Quality (TQ) Analyse
umfasst die Stufen Entwurf, Planung und Ausführung - ergänzt durch
Blower Door Messungen, Thermographieaufnahmen, Belichtungsmessung. In den nächsten
zwei Wintersaisonen sollen die Energieströme gemessen, ausgewertet und
verglichen werden. Das Institut für Baubiologie soll die physiologischen
Auswirkungen der Einbringung der Restwärme über die Luft bzw. über
Strahlungswärme vergleichen. Voruntersuchungen unter Zuhilfenahme thermischer
Gebäudesimulation wurden von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Streicher vom Institut
für Wärmetechnik der TU Graz durchgeführt.
Das wichtigste Anliegen ist nachhaltige Behaglichkeit für die Bewohner
durch Vorteile des Passivhausstandards. Ziel ist die Erarbeitung eines optimierten
Standards, der Bauträgern als Entscheidungshilfe für ihre haustechnische
Zieldefinition dienen kann.
Abbildung 1: Wohnhausanlage klima.komfort.haus, Wien (Foto: Doris Holler-Bruckner)
Makartstraße in Linz
Das Mehrfamilienhaus der GIWOG (Gemeinnützige Industrie-Wohnungsaktiengesellschaft)
an der Makartstraße in Linz wurde in den Jahren 1957/58 erbaut. Mit Unterstützung
aus Mitteln der Programmlinie „Haus der Zukunft“ konnte die Modernisierung
des Gebäudes gestartet werden: Montage einer Solarfassade mit transluzenter
Wärmedämmung, Erneuerung der Dacheindeckung, Verstärkung der
Dach- und Kellergeschoßdeckendämmung, Einhausung der Balkone, Einsatz
von Verglasungen mit Passivhausfenstern mit integriertem Sonnenschutz und Installation
von Einzelraumlüftungsgeräten.
Durch die Vorfertigung der Fassadenelemente konnten die Beeinträchtigungen
für die BewohnerInnen während der Modernisierungsarbeiten gering gehalten
werden. Die Frischluftzufuhr sowie Pollen- und Feinstaubfilter sorgen für
eine bessere Raumluftqualität: Der Heizenergiebedarf wurde von 150 auf
15 kWh/m2a verringert. Die Finanzierung erfolgte aus Rücklagen sowie aus
Fördermitteln des Landes Oberösterreich und der Programmlinie „Haus
der Zukunft“.
Im Oktober 2006 wurde die umfassende Modernisierung des GIWOG-Objekts mit dem
klima:aktiv - Staatspreis für nachhaltige Architektur ausgezeichnet (www.staatspreis.klimaaktiv.at).
Abbildung 2: Mehrfamilienhaus der GIWOG, Makartstraße in Linz (Foto: Robert Freund)
*)Mag. Hannes
Bauer betreut im Bundesministerium für
Verkehr, Innovation und Technologie den Forschungsbereich Energie in Gebäuden
sowie die Programmlinie "Haus der Zukunft", www.bmvit.gv.at
Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Robert Freund arbeitet
in der Arbeitsgruppe "Haus der Zukunft" sowie im Bereich Contracting
in der ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technki),
www.oegut.at [^]