Große Solaranlagen
Nachhaltige Gebäude
Gebäude
bilden einen Großteil des Lebensumfeldes des Menschen. Daher stellt die
Bauwirtschaft einen der größten Wirtschaftsfaktoren in Europa dar.
Im Jahr 2000 wurden in der Europäischen Union allein im Bauhauptgewerbe
ca. 830 Milliarden Euro umgesetzt (Verband der deutschen Bauindustrie, 2003).
Integrale
Energiekonzepte für nachhaltige Gebäude
Ein Bewertungsansatz mittels Simulation, IEA ECBCS Annex 44
Von Axel Seerig und Ernst Blümel*
Der Energiebedarf für den Betrieb von Gebäuden macht ca. 40 % des
gesamten Endenergiebedarfs in Europa aus. Gebäude tragen somit signifikant
zu den Treibhausgasemissionen bei. Ausgehend von diesen Fakten sowie unter Berücksichtigung
der gesetzten Ziele im Kyoto Protokoll wird deutlich, wie wichtig es ist, im
Gebäudebereich nachhaltige Lösungen zu identifizieren.
Der Einsatz von nachhaltigen Gebäudeelementen (Fassadensysteme, Speichermassen,
etc.) und deren schlüssige Einbindung in integrale Gebäudekonzepte
stellt hier eine viel versprechende Möglichkeit dar und wird im Rahmen
des von der IEA initiierten Programms „Enerbuild – Integrale Energiekonzepte
für nachhaltige Gebäude“ untersucht. Wesentliches Ziel ist es
dabei, Verbesserungen bei Auslegung, Betrieb sowie Effizienz der Komponenten
und Systeme integraler Energieversorgungs- und Gebäudekonzepte (Neubau
und Sanierung) zu erzielen.
Basierend auf bereits durchgeführten werden zur Erreichung dieser Ziele
folgende Arbeiten innerhalb des Arbeitspaketes Annex 44 durchgeführt:
Bedingt durch die Tatsache, dass die Arbeiten von einem internationalen Team aus 15 Ländern – regional von Norwegen bis Japan - durchgeführt werden, sind die untersuchten Gebäude sowohl bezüglich der Nutzung als auch des geografischen Standortes sehr unterschiedlich. Als eine der wesentlichen Grundlagen für die weitere Arbeit wurde von AEE INTEC auf der Grundlage der dynamischen Gebäudesimulation eine Methodik zur energetischen Vergleichbarkeit der Gebäude erarbeitet. Als die wesentlichen Parameter wurden der Standort, Kubatur, Baustoffe, Glasanteil und Gebäudenutzung herausgestellt und quantitativ untersucht.
Vorgehensweise
Bei der Untersuchung wurde in drei Schritten vorgegangen:
Schritt 1: Festlegung eines Referenzgebäudes, welches
technisch, energetisch und ökologisch den Stand der Technik widerspiegelt
und für alle Standorte der weiteren Untersuchung dienen soll;
Schritt 2: Dynamische Simulation des Referenzgebäudes
unter Variation der Haupteinflussparameter Standort, Kubatur, Baustoffe, Glasanteil
und Gebäudenutzung;
Schritt 3: Bewertung des Einflusses der Parameter bezüglich
bestehender und neuer Konzepte.
Abbildung 1: Einfluss des Nutzungsverhaltens auf den Heiz- und Kühlenergieverbrauch
Derzeit werden die Arbeiten auf der Grundlage der von AEE INTEC erarbeiteten Studie weitergeführt und vertieft. Das Projektende ist 12/ 2007 und das Team aus 15 Ländern arbeitet intensiv an den gestellten Aufgaben.
*) Dr. Axel Seerig und Dipl.-Ing. Ernst Blümel sind Mitarbeiter der AEE INTEC in Gleisdorf, a.seerig@aee.at, e.bluemel@aee.at [^]