Vorbei an Kioto
Thema
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Quelle: energy cabine
Aktuelle Probleme der Versorgung mit Erdgas und Szenarien zur Klimabedrohung durch energiebedingte Emissionen haben dem Thema Energie in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit in Politik und Öffentlichkeit zukommen lassen. Welche Wege müssen eingeschlagen werden, um mittelfristig und längerfristig unsere Energieversorgung sicherzustellen und negative Auswirkungen auf unser Klima zu minimieren?.
Energieszenarien
Aufgabe, Zielsetzung, offene Fragen, Strategie und Lösungsansätze,
Basisdaten und Ergebnisse
Von Gerhard Faninger*
Energieszenarien haben vorrangig die Aufgabe, den Trend in der Energieversorgung
abzuzeichnen, auf Probleme der zukünftigen Energieversorgung aufmerksam
zu machen, und damit eine öffentliche und politische Auseinandersetzung
mit den Problemen der zukünftigen Energieversorgung zu initiieren.
Energieszenarien bauen auf der Entwicklung des Energiemarktes der letzten Jahrzehnte
auf, einerseits unter Annahme gleicher Randbedingungen und andererseits mit
Vorgabe von Zielvorstellungen in Bezug auf „Nachhaltigkeit“: verbesserte
Energie-Effizienz bei Aufbringung und Verwendung sowie verstärkter Einsatz
erneuerbarer Energieträger. Energieszenarien werden für einen Zeithorizont
von 20 bis 100 Jahren entwickelt. Die Hochrechnung erfolgt in Bezug auf die
Entwicklung des Energieverbrauches und der eingesetzten Energieträger.
Vision für ein zukünftiges Energiesystem
Die Vision für ein zukünftiges Energiesystem ist der Aufbau eines
vorrangig auf erneuerbaren Energieträgern basierenden „Nachhaltigen“
Energiesystems in einer Kreislaufwirtschaft. Die Fakten der heutigen Energieversorgung
bestimmen die Ansätze für die Organisation der zukünftigen Energieversorgung:
Begrenzte Vorräte an fossilen, aber auch nuklearen Energieressourcen, zunehmende
Umweltbelastung mit Klimabedrohung, ungelöste Versorgungsprobleme (70%
der Energierohstoffe werden von 30% der Weltbevölkerung beansprucht). Die
derzeitige Energieversorgung stößt insbesondere im Verkehrssektor
bereits an Grenzen. Es gibt Unsicherheiten bei der Versorgung, derzeit vor allem
im Erdgassektor. Der Anstieg energiebedingter Treibhaus-Emissionen ist unvermeidlich,
sofern keine wesentliche Änderung in der Energieversorgung herbeigeführt
wird. So würden die weltweiten CO2-Emissionen in den nächsten Jahrzehnten
dramatisch ansteigen, insbesondere in den heutigen Entwicklungsländern
mit einem rasant steigenden Energieverbrauch.
Eine Zukunftsstrategie für die wirtschaftliche Weiterentwicklung in Europa
und weltweit muss erneuerbare Energieträger einschließen. Zur Realisierung
eines „Nachhaltigen“ Energiesystems der Zukunft sind große
Anstrengungen in Forschung, Entwicklung und Marktumsetzung erforderlich. Die
Sicherstellung der zukünftigen Energieversorgung stellt somit eine große
Herausforderung für die Menschheit dar: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
sind in gleicher Weise gefordert.
Abbildung
1: Treibhausgas-Emission, weltweit
(2000): CO2-Äquivalent, Milliarden Tonnen/Jahr
Quelle: G. Faninger, 2006
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Zukunftsperspektiven der
Energieträger |
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(1)
Wie lange werden Erdöl und Erdgas als Hauptenergieträger verfügbar
sein? |
Nach
dem IEA-World Energy Outlook 2004 betragen die nachgewiesenen weltweiten
Erdöl-Reserven 494 Milliarden Barrel (mit 95% Wahrscheinlichkeit)
bzw. 1.588 Milliarden Barrel (mit 5% Wahrscheinlichkeit). Ab 2030 wird
die Erdölförderung von heute noch nicht erschlossenen Erdölfeldern
zu erfolgen haben. Der Aufbau neuer Erdöl-Förderkapazitäten
ist zu finanzieren, die Kosten sind ungewiss. Die nachgewiesenen weltweiten Erdgas-Reserven können den weltweiten Gasverbrauch unter Annahme einer jährlichen Steigerungsrate von 2,3% noch etwa 40 Jahre abdecken. Die Versorgungslage bei Erdöl und Erdgas ist sehr problematisch: Wichtige Förderländer liegen in geopolitischen Krisenzonen, die Kapazität zur Erdölverarbeitung (Raffinerien) ist zu gering und teilweise veraltet, die Transportleitungen für Erdöl und Erdgas teilweise veraltet und Leckage anfällig. Es existieren keine ausreichenden Speicherkapazitäten. |
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(2)
Kann Kohle mit noch größeren Reserven (um 200 Jahre) einen
höheren Wert zu dem Energieaufkommen liefern? |
Wenn Kohle eine Renaissance in
der Energieversorgung erleben sollte, dann wohl nur bei Lösung des
CO2-Problems: Entfernung des Reaktionsproduktes CO2 aus dem
Verbrennungsprozess („CO2-capture/storage“). Techniken
sind in Entwicklung, die Kosten für Kohle als Energieträger
würden sich aber deutlich erhöhen. |
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(3)
Hat die Kernenergie über Kernspaltung eine Zukunft? |
Begrenzte Vorräte
an Brennstoffen, Risiken durch lang wirksame radioaktive Strahlung aufgrund
von Kraftwerksunfällen, nicht gesicherte Endlagerung radioaktiver
Abfälle, Probleme durch Erdbeben, Terrorattacken, sowie die grundsätzliche
Möglichkeit für nicht-friedliche Nutzung der Kernenergie und
damit auch Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung verringern die Chancen
zur Realisierung eines Ausbaues der Atomkraftwerke. |
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(4)
Wird es gelingen, die Kernfusion als längerfristige Energieoption
zu realisieren? |
Die Antwort steht
noch aus. Mit dem EU-Forschungsprojekt ITER soll die technische Möglichkeit
zur Realisierung der Kernfusion in einem Forschungsreaktor bis 2015 geklärt
werden. |
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(5)
Können erneuerbare Energieträger den zukünftigen weltweiten
Energiebedarf abdecken? |
Nach heutiger
Erkenntnis können erneuerbare Energieträger in dezentralen Versorgungsbereichen
einen wesentlichen Anteil zum Energieaufkommen leisten. Für dezentrale
Energieversorgungskonzepte müssen aber noch Lösungen zur Integration
in bestehende Verteilnetze mit zentralen Versorgungseinrichtungen gefunden
werden. |
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(6)
Ein zentrales Energieproblem der Zukunft: Wie können Ballungszentren
in Zukunft mit Energie versorgt werden? |
Wenn in Zukunft
die speicher- und transportierbaren fossilen Energieträger für
die Energieversorgung von Ballungsräumen nicht mehr zur Verfügung
stehen sollten, stellt sich die Frage, wie große Städte mit
Energie versorgt werden können: Aufbau neuer Städte mit dezentralen
Energie-Versorgungseinheiten, Suche nach neuen Standorten. |
Für eine Energie-Strategie mit 'Erneuerbaren' plus mehr Energieeffizienz
Erneuerbare Energieträger tragen wesentlich zu einer Verbesserung der
Versorgungssicherheit mit langfristiger Verfügbarkeit, lokaler und regionaler
Wertschöpfung sowie zur Reduktion Energiebedingter umweltrelevanter Emissionen.
Damit wird das Gefahrenpotenzial für eine dramatische Klimaänderung
vermindert. Mit zunehmender Marktdurchdringung werden Techniken zur Nutzung
erneuerbarer Energieträger effizienter und in der Investition billiger.
Die Praxis zeigt, dass Techniken in den Bereichen Energie-Effizienz und Erneuerbare
Energie gute Zukunftsaussichten mit hohen jährlichen Wachstumsraten aufweisen.
Die Energie-Einsparpotenziale in der EU durch Energie-Effizienz im Endenergieverbrauch
werden wie folgt geschätzt (mit derzeit verfügbarer Technik und bezogen
auf den derzeitigen Einsatz): Transport-Sektor 20% bis 30%, Gebäude-Sektor
über 60%, Industrie-Sektor 40% - 60%.
Nach den Plänen der EU-25 soll bis zum Jahre 2020 ein Fünftel der
jährlich in Europa genutzten Energie eingespart werden. Bei gleich bleibendem
Anstieg des Energieverbrauches würde der Energieverbrauch von 1.750 Mio
Tonnen Öläquivalent im Jahre 2005 auf 1.890 Mio Tonnen Öläquivalent
ansteigen. Dies entspricht einer Zunahme von 7,4%. Nach dem EU-Ziel soll der
Energieverbrauch bis zum Jahre 2020 im Vergleich zu 2005 um 20% auf 1.500 Mio
Tonnen Öläquivalent reduziert werden, entsprechend einer Reduktion
von 20,6%.
Konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum verstärkten
Einsatz Erneuerbare Energie in EU-25 beziehen sich auf: Gezielte Ausnutzung
der Energieeffizienzpotenziale in Industrie, Verkehr, Haushalte, Gewerbe, sowie
einer Erhöhung des Beitrages erneuerbarer Energieträger zur Energieaufbringung
von derzeit 6% am Energieaufkommen auf 20% im Jahre 2020.
Zur Verminderung der CO2-Emissionen im Verkehr sollen mit einer EU-Richtlinie
die Automobilhersteller veranlasst werden, den CO2-Ausstoß bis zum Jahre
2012 auf 120 g/km zu senken.
Hoffnungsmarkt „Erneuerbare Energie“
Erneuerbare Energieträger haben grundsätzlich das Potenzial, einen
entscheidenden Beitrag zum Energieaufkommen zu leisten, sowohl weltweit als
auch in Europa. Das weltweite technisch-realisierbare Potenzial an erneuerbaren
Energieträgern könnte den für das Jahr 2030 prognostizierten
Energie-Verbrauch bzw. Energie-Bedarf abdecken; siehe Abbildung 2.
In den letzten Jahren konnte sich eine Reihe von Techniken zur Nutzung Erneuerbarer
Energieträger am Markt bewähren: Solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung
und Raumheizung; biogene Energieträger zur Erzeugung von Wärme, Strom
und in zunehmendem Maße auch für Treibstoffe; Windkraftwerke in Küstennähe,
aber auch in Binnenländern mit günstigen Windverhältnissen; Geothermische
Anlagen, wie für Thermalwasser und Wärmequelle für Erdreich-Wärmepumpen;
Solarelektrische Anwendungen (photovoltaische Systeme), insbesondere zum Einsatz
außerhalb der elektrischen Infrastruktur (autarke Anlagen).
Waren Erneuerbare Energieträger bis zur Entdeckung fossiler Energieträger
und derer Nutzbarmachung die einzigen Energierohstoffe für die Menschheit,
so tragen erneuerbare Energieträger nur noch mit etwa 13% zum weltweiten
Energieaufkommen bei, von denen allerdings zumindest die Hälfte nicht nach
den Kriterien der Nachhaltigkeit in einer Kreislaufwirtschaft genutzt werden
(„Abholzen“) und damit auch die bei der energetischen Nutzung erzeugten
CO2-Emissionen nicht als „umweltneutral“ eingestuft werden können.
In einigen Ländern Europas liefern heute noch (2004) Erneuerbare Energieträger
einen beachtlichen Anteil zum Energieaufkommen: An der Spitze liegt Island mit
70,7%, gefolgt von Norwegen mit 40,1%, Schweden mit 24,7% und Österreich
mit 21,3%. In OECD-Europa lag der Anteil erneuerbarer Energieträger am
Energieaufkommen im Jahre 2004 bei 6,8%. Der Anteil erneuerbarer Energieträger
an der Stromerzeugung in Europa betrug im Jahre 2004 18,2%. Hohe Anteile wurden
erzielt in Island mit 99,9%, Norwegen mit 99,4%, Österreich mit 65,0% und
Schweiz mit 54,6%.
Bevorzugte Einsatzbereich für Erneuerbare Energieträger in Europa
mit guten Zukunftsaussichten sind: Solarwärme, Biowärme und Umweltwärme,
Niedertemperatur-Geothermie, Bio-Treibstoffe, Solarelektrische Anlagen.
Ansätze für Energie-Szenarien
Die Energieszenarien basieren auf zwei unterschiedliche Positionen: (1) Fortschreibung der derzeitigen Energieversorgung: Weitere Nutzung fossiler Energieträger über neue Ressourcen wie Ölschiefer und Teersande bzw. Gas aus dem Ozean, massiver Ausbau von Atomkraftwerken und Entwicklung von Reaktoren zur Kernfusion mit möglichst rascher Markteinführung. (2) Aufbau eines nachhaltigen Energiesystems mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energie: Mittelfristige Substitution von fossilen und nuklearen Energieträgern durch erneuerbare Energieträger, zunächst über dezentrale Erzeugungseinheiten und später mit Integration in zentrale Verteilnetze (thermisch und elektrisch). Entwicklung von Langzeit- (saisonalen) Speichern für erneuerbare Energieträger mit zeitlichen Schwankungen im Angebot. Aufbau eines Energiesystems mit dezentraler Erzeugung und mit einem transportierbaren Sekundär-Energieträger, produziert aus erneuerbarer Energie (z. B. Wasserstoff).
Abbildung
3: Energieprognose für Österreich
1970 - 2050. Fortschreibung des Trends 1970 - 2004
Quelle: G. Faninger, 2006
Ergebnisse von Energie-Szenarien
Nach der Energieprognose der IEA (World Energy Outlook 2005) weisen bis zum
Jahre 2030 Gas das stärkste jährliche Wachstum in absoluten Zahlen
und Erneuerbare Energie in relativen Angaben auf, aber Öl wird bis zum
Jahre 2030 der dominierende Energieträger sein. In den derzeitigen IEA-Energieszenarien
wird von keiner Verknappung und Verteuerung der fossilen Energieträger
bis 2030 ausgegangen, und den erneuerbaren Energieträgern wird keine hohe
Priorität zugemessen.
In einem Energieszenario mit Priorität für „Erneuerbare Energie“
müssen Annahmen für deren Jahres-Zuwachsraten getroffen werden. Diese
sollten sich auf die vorhandene Industriekapazität (zusätzliches Jahresaufkommen/Jahreszuwachs)
im Ausgangsjahr beziehen. Beispielsweise beträgt die derzeitige Jahreskapazität
im Sektor Erneuerbare Energie 1,8 EJ/Jahr (Jahreszuwachs) weltweit und bei 13
PJ/Jahr in Österreich.
Bei Fortschreibung des Entwicklungstrends im Energieaufkommen in Österreich
von 1970 bis 2004 (mittlere Jahreszuwachsrate im Energieaufkommen von 1,66%/Jahr
und im Aufkommen von erneuerbarer Energie von 2,68 %) würde der Anteil erneuerbarer
Energie im Jahre 2030 bei 28% und im Jahre 2050 bei 35% liegen (Abbildung 3).
Mit einer mittleren Jahres-Zuwachsrate von 5% der Jahreskapazität von Erneuerbaren
Energieträgern im Jahre 2004 wäre eine Umstrukturierung der Energieversorgung
in Österreich von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energieträger bis
zum Jahre 2050 erreichbar (siehe Abbildung 4 und Tabelle 1).
Abbildung
4: Energieszenario für Österreich
mit Vorgaben für die Entwicklung des Energieaufkommens
Quelle: G. Faninger, 2007
Tabelle
1: Energieszenarien - Ausgangsdaten
und Ergebnisse
Quelle: G. Faninger, 2007
Der mögliche Beitrag erneuerbarer Energieträger zum Energieaufkommen
in den EU-Mitgliedsstaaten (EU-25) wird unter den folgenden Annahmen abgeschätzt:
Jährliche Zunahme im Primärenergie-Aufkommen 1%, 3%, 5% und 10%. In
den letzten Jahren betrug der mittlere jährliche Zuwachs an erneuerbaren
Energieträgern am Primärenergieaufkommen 1,1%. Unter Annahme eines
mittleren jährlichen Zuwachs an erneuerbaren Energieträgern von 3%,
5% und 10% würde der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Primärenergieaufkommen
im Jahre 2050 betragen: 14% bzw. 21% bzw. 37%.
Aus den Hochrechnungen lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass erneuerbare
Energieträger in Europa und auch weltweit grundsätzlich das Potenzial
haben, um zumindest 50% des Energieaufkommens im Jahre 2050 abzudecken. Dieses
Ziel sollte auch in den Energiekonzepten der Länder angesetzt und durch
geeignete Maßnahmen umgesetzt werden. Die noch verfügbaren fossilen
Energieträger könnten damit geschont und für weitere Dekaden
bis zur Lösung noch offener Fragen betreffend Einsatz erneuerbarer Energieträger
in einem weltweiten Energiesystem der Menschheit zur Verfügung stehen.
„Wunsch-“ oder „Katastrophen-Energieszenario“?
Eine langfristige Lösung des Energieproblems wäre möglich, wenn
es gelingt erneuerbare Energieträger speicherbar und transportierbar zu
machen. Wasserstoff, erzeugt über erneuerbare Energieträger, wäre
das Wunschziel. Ist das Szenario „Erneuerbare Energie und Wasserstoff“
ein „Wunsch-Szenario“, so ist ein „Katastrophen-Szenario“
nicht auszuschließen, wenn (1) fossile Energiequellen den zukünftigen
Energiebedarf nicht mehr decken können, (2) die globale Klimabedrohung
eine weitere Verwendung fossiler Energiequellen nicht mehr zuläßt,
(3) der weitere Ausbau der Atomkraft aufgrund von Kraftwerksunfällen und/oder
Terrorattacken eingestellt wird, (4) die Technik der Kernfusion nicht realisierbar
ist und (5) die Weiterentwicklung von Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energieträger
nicht in dem Ausmaß stattgefunden hat, dass ein wesentlicher Beitrag zum
Energieaufkommen geleistet werden kann. Folge dieses „Katastrophen-Szenario“
wäre, dass eine wirtschaftliche Weiterentwicklung nicht mehr möglich
ist. Die Folgen für die Menschheit sind vorhersehbar. Das fossile Zeitalter
war dann nur eine kurze Periode in der Entwicklung der Zivilisation.
Dieser Artikel ist ein Auszug der Vorlesung „Energieszenarien –
ENERGIE Gestern, Heute und MORGEN?“ an der Alpen-Adria-Universität
Klagenfurt, Institut für Geographie und Regionalforschung, im Wintersemester
2006/2007
*) Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Gerhard Faninger ist im Ruhestand und weiterhin als außerordentliches Mitglied an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, iff, Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Abteilung für Weiterbildung und Kulturelle Nachhaltigkeit tätig [^]