Atomenergie oder Erneuerbare?
AEE-Projektinformationen und Service
Solarenergie
für Hugo-Breitner-Hof in Wien
Die vor ca. 50 Jahren errichtete Wohnanlage am Hugo Breitnerhof der Wienenergie Gasnetz GmbH umfasst insgesamt ca. 1.100 Wohnungen. Im Zuge einer Gesamtsanierung wurden neben der thermischen Sanierung der Wohnanlage auch die Obergeschosse ausgebaut und 200 neue Dachgeschosswohnungen (ca. 13.500 m²) errichtet.
Abbildung 1: Vier Solaranlagen mit je 70 m² wurden bei der Sanierung der Wohnhausanlage errichtet
Da nur das neue Obergeschoss mit Wärme und Warmwasser neu versorgt werden
musste, ergaben sich lange Entfernungen bei den Versorgungsleitungen. Das bedeutete
insbesondere bei konventionellen Wärmeversorgungskonzepten (4-Leiter-Netzen)
höhere Investitionskosten und Wärmeverluste. Daher wurde ein Zwei-Leiter-Netz
mit dezentraler Warmwasserbereitung im Durchflussprinzip umgesetzt.
Die Dimensionierung der Solaranlage erfolgte nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Die Netzverluste und der Warmwasserbedarf im Sommerhalbjahr sollten zur Gänze
von der Solaranlage abgedeckt werden.
Energieversorgung
Die dezentralen Heizungsanlagen versorgen ca. 20 bis 30 Wohnungen. Die Energieversorgung
erfolgt jeweils aus einem zentralen Technikraum, der auf Wohnungsgeschosshöhe
zentral angeordnet wurde. Dadurch konnten die Leitungsdimensionen und Leitungslängen
in Grenzen gehalten werden. Vier Kollektorflächen mit etwa 70 m² speisen
die Energie in je einen Pufferspeicher, die aus statischen Gründen mit
durchschnittlich je 2000 Liter Volumen klein gehalten werden mussten.
Erreicht wird ein solarer Deckungsgrad von etwa 60%. Die Nachheizung in den
einzelnen Objekten erfolgt jeweils über mehrere Gasbrennwertgeräte.
Diese erwärmen nur das obere Fünftel des Pufferspeichers. Dies reicht
aus, um einen eventuellen Warmwasserspitzenbedarf abdecken zu können. Aus
den daraus resultierenden längeren Laufzeiten reduzieren sich die Anzahl
der Kaltstarts und in der Folge auch die Emissionen. Das zusätzlich über
die Norm hinaus gedämmte Rohrleitungsnetz reduziert die Verteilverluste
auf ein Minimum.
Mit der thermischen Sanierung der Gebäude konnte der Energiebedarf für
die Raumheizung um mehr als die Hälfte des Bestandes reduziert werden.
Mit der Installation der rund 280 m² großen Kollektorfläche
reduziert sich der Energiebedarf für die Raumwärme- und Warmwasserversorgung
nochmals um rund ein viertel.
Dieses durchaus gelungene Vorzeigeprojekt zeigt damit deutlich, dass Energieeffizienz
nicht nur im Neubau machbar ist, sondern das dies mit entsprechender Planung
auch im Altbaubestand umsetzbar ist. Weitere Informationen zum Projekt erhalten
sie unter s.schroettner@aee.at
*) Ing. Sepp Schröttner ist Mitarbeiter der AEE INTEC in Gleisdorf. s.schroettner@aee.at, www.aee-intec.at [^]