Solarwärme boomt
Solarthermie

Vor
20 Jahren konnten sich nur wenige vorstellen, dass Sonnenergie uns ausreichend
Warmwasser zur Verfügung stellt, oder gar die Heizung eines Gebäudes
bewältigt. Mittlerweile gibt es in Österreich rund 3 Millionen Quadratmeter
Solarkollektoren, wobei die Steiermark in dieser so positiven Entwicklung eine
ganz besondere Rolle gespielt hat. Die Initiativen zum Selbstbau und später
auch zur Industrialisierung der Solaranlagen sind von hier ausgegangen und haben
der Steiermark weltweit den Ruf eines Solarmusterlandes eingebracht.
Abbildung 1:(Quelle: ecowatt GmbH)
Die
Geschichte der Sonnenenergie in der Steiermark - eine Erfolgsstory
Ergebnisse der steirischen Solarumfrage 2007
Wenn Sie den Blick über die Dächer Ihrer Gemeinde streifen lassen,
sehen Sie allerdings nicht auf jedem Dach eine Solaranlage. Das liegt zum Teil
an finanziellen Überlegungen – gut geplante und ausgeführte
Anlagen amortisieren sich zwar, auch wenn rein wirtschaftlich und ohne Umweltkosten
gerechnet wird – es ist aber ganz einfach auch ein organisatorischer Aufwand,
eine solche Anlage an einem bestehenden Gebäude anzubringen. Bei neuerrichteten
Gebäuden sollte es inzwischen eine Selbstverständlichkeit sein und
im Rahmen der steirischen Wohnbauförderung ist der Einbau einer Solaranlage
zur Warmwasseraufbereitung seit 01.10.2006 sogar verpflichtend. Nicht zuletzt
gab und gibt es immer noch Defizite in der Qualität der Ausführung,
welche es zu beheben gilt, um der Sonnenenergie zum endgültigen Durchbruch
zu verhelfen.
Im Rahmen der seit mehr als 10 Jahren durchgeführten Förderaktivitäten
des Landes Steiermark und im speziellen des LandesEnergieVereins Steiermark
(LEV) wurden Förderinitiativen gesetzt, die eine nachhaltige Energiepolitik
in der Steiermark forcieren sollten. Dass diese Initiativen grundsätzliche
positive Ergebnisse gebracht haben zeigt, dass in der Steiermark im letzten
Jahrzehnt mehr als 6.000 Solaranlagen durch diese Förderungen initiiert
wurden.
Förderaktivitäten
2007 wurden nun diese Förderaktivitäten mittels Fragebogen im Hinblick
auf Kundenzufriedenheit, wirtschaftlichen Nutzen und Nutzerverhalten im Rahmen
des Interreg III A Projekts „EURESUN“ analysiert, mit dem Ziel daraus
weiterführende Energieeffizienzprojekte zu generieren, den Beratungsbedarf
zur bestmöglichen Umsetzung von weiteren Energie- und Umweltprojekten heraus
zu finden und die erzielte Erfahrung auch den slowenischen Projekt-PartnerInnen
zur Verfügung zu stellen.
Dazu wurden die im LandesEnergieVerein vorhandenen Datensätze genutzt und
5552 Fragebögen an BesitzerInnen von Solaranlagen verschickt. Der dreiseitige
Fragebogen umfasste insgesamt 18 Fragen, die folgenden Schwerpunkten zugeordnet
werden können:
Das Echo war gewaltig und hat die Auftraggeber überrascht und sehr gefreut. Von den 5552 ausgesandten Fragebögen wurden 3264 beantwortet. Das bedeutet eine Rücklaufquote von 59% und lässt generell auf sehr großes Interesse an Energiefragen schließen. Die zurückgekommenen Fragebögen wurden mit IT-Unterstützung ausgewertet und analysiert und der Beratungsbedarf im Energiebereich ermittelt.
Zufriedenheit
Der Zufriedenheitsgrad (Abbildung 2) der steirischen SolaranlagennutzerInnen ist enorm. 98,2% sind mit ihrer Solaranlage sehr zufrieden oder zufrieden. Ein derartiger Zufriedenheitsgrad kann nur erreicht werden, wenn viele Voraussetzungen gegeben sind. Unter anderem ist ein positives Image für Solarenergie, aber auch gute Beratung sowie perfekte technische Umsetzung erforderlich.
Abbildung 2: Zufriedenheitsgrad der SolaranlagennutzerInnen
Installateure oder Selbstbau
Fast 75% der Anlagen wurden von Installateuren errichtet und ein Viertel der Anlagen in Selbstbaugruppen, wobei vor dem Jahr 2000 der Selbstbau stärker verankert war (siehe Geschichte der Sonnenenergie), ab dem Jahr 2000 wurden die Anlagen vor allem von Installationsfirmen montiert. 2/3 aller geförderten Anlagen wurden nach dem Jahr 2000 errichtet.
Der Zufriedenheitsgrad bei den von Installateuren errichteten Anlagen ist sehr
hoch. Auf die Frage, „Wenn die Solaranlage von einem Installateur errichtet
wurde und sie mit dem Installateur sehr zufrieden waren, dann geben Sie uns
diesen bekannt“, haben 43 % den Installateur genannt. Dies lässt
auch in diesem Bereich auf Qualität und vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis
schließen.
Insgesamt wurden 400 steirische Firmen genannt. Die Zahl der Nennungen ergibt
ein Ranking der genannten steirischen Solar-Anlagen-Installateuren.
Motivation: Kostensparen oder Umwelt?
Mehr als 54% der Befragten gaben als Motivation für den Bau der Solaranlage
den Umwelt- und Klimaschutz an, für 43,6% stand die Kosteneinsparung im
Vordergrund.
Auf die Frage, ob die Erwartungen im Hinblick auf Kostensenkung und Energieeinsparung
durch die Solaranlage erreicht wurden, gaben 90% der Befragten an, dass ihre
Erwartungen sehr erfüllt oder erfüllt wurden, nur für 0,4% wurden
die Erwartungen nicht erfüllt.
93% aller SolaranlagenbetreiberInnen, deren Angaben für die Ergebnisse
der Umfrage herangezogen werden konnten, empfehlen ihre Anlage weiter, wobei
der Großteil, 85,9% aller TeilnehmerInnen diese Empfehlung an Freunde,
Bekannte, KollegInnen und Verwandte weitergegeben haben.
Förderungshöhe und –abwicklung
Wichtig für die Auftraggeber waren natürlich auch die Fragen zur Förderung. Die Höhe des Zuschusses fand etwa die Hälfte der TeilnehmerInnen passend, die andere Hälfte fand die Förderung zu niedrig. Die Förderabwicklung war für zwei Drittel der TeilnehmerInnen unkompliziert. Nur 14,2% fanden die Abwicklung kompliziert. Ein Viertel der TeilnehmerInnen fand aber die Förderabwicklung zu langsam. Für 18,4% hingegen war die Abwicklung schnell genug.
Weitere umgesetzte Energie- und Umweltmaßnahmen
Bei der Frage, ob bisher neben der Solaranlage noch weitere Energie- und Umweltmaßnahmen gesetzt wurden, gab es
Zukünftige Energiesparmaßnahmen und Energieberatungsbedarf
Auf die Frage, ob und welche Energiemaßnahmen von den TeilnehmerInnen in Zukunft gesetzt werden, wurden insgesamt 4874 Nennungen abgegeben, davon wurden die Maßnahmen in den Bereichen Stromsparen, Wärmedämmung und Einbindung der Solaranlage ins Heizsystem am häufigsten genannt (Abbildung 3).
Abbildung 3: Zukünftige Maßnahmen
Bei 25,3% aller TeilnehmerInnen war ein ausdrücklicher Wunsch nach einer unabhängigen Energieberatung vorhanden. Das sind 800 steirische Haushalte. Der LandesEnergieVerein verwies all jene, die Fragen zur Funktion, Erweiterung oder Verbesserung ihrer Solaranlage hatten an die Info-Hotline bei der AEE INTEC (im Rahmen des klima:aktiv Programms solarwärme). Jene, die darüber hinaus Informationen zu den Themen Heizungsänderung, Sanierung oder anderen Verbesserungen der Energieeffizienz wünschten, wurde die Nummer der Info-Hotline zu Fördermaßnahmen und Energieberatung des LandesEnergieVereins mitgeteilt. Die jeweilige Hotline hat den AnruferInnen entweder entsprechendes Informationsmaterial zugesandt, oder aber einen Auftrag zur Beratung an die zuständigen Beratungseinrichtungen des Landes weitergeleitet.
Fazit: Hohe Zufriedenheit
Die Ergebnisse der steirischen Solarumfrage 2007 lassen auf einen sehr hohen
Zufriedenheitsgrad schließen. Dies wird einerseits durch die direkt gegeben
Antworten, aber auch durch den hohen Grad der Weiterempfehlung der Solaranlage
untermauert. Diese hohe Zufriedenheit drückt sich auch über die vielen
positiven Nennungen von Installationsunternehmen aus und ist vergleichsweise
höher als in anderen Bundesländern.
Um die hohe Motivation für viele weitere Umweltmaßnahmen, wie Stromsparen,
Wärmedämmung, Brauchwassernutzung, Biomasseheizung etc. aufrechtzuerhalten,
ist das Bereitstellen von Informationsmaterialien und Schulungen weiterhin notwendig
und erwünscht.
Die Auftraggeber haben neben der statistischen Auswertung der Förderdatenbank
nun auch ein Feedback der FörderwerberInnen erhalten, aus dem erfreulicherweise
ablesbar ist, dass die Bereitschaft zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen
hoch ist und für den Einsatz erneuerbarer Energie eine Impulsförderung
die Motivation zur Umsetzung erhöht. Der LandesEnergieVerein wird die Themen
des genannten Beratungsbedarfs und der erwähnten Umwelt und Energiesparmaßnahmen
in seine zukünftige Aktivitätenplanung einfließen lassen.
*) Gerhard Ulz ist Geschäftsführer des LandesEnergieVereinSteiermarkr, office@lev.at, www.lev.at [^]