Nachhaltige Gebäude
Nachhaltige Gebäude
Abbildung
1: ENERGYbase Das innovative "Haus
der Zukunft" (Quelle: WWFF)
Gemäß dem Motto: „Vom Null-Energie-Haus zum Plus-Energie-Haus“ startet das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) ein neues Forschungs- und Technologieprogramm, mit dem die nächste Generation von technologischen Lösungen für zukünftige Gebäude entwickelt werden soll.
Der
nächste Innovationsschritt:
Das Gebäude als Kraftwerk
Die langfristige Sicherung der Energieversorgung ist eine zentrale Zukunftsfrage geworden. Aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit Versorgungskrisen und enormen Preissteigerungen zeigen die unmittelbare Notwendigkeit, sich mit Versorgungssicherheit auseinanderzusetzen. Weiters gilt es, den Klimawandel abzuwenden bzw. abzuschwächen, um die damit verbundenen negativen Einflüsse auf die volkswirtschaftliche Entwicklungen der Länder gering zu halten. Die EU wie auch die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) haben daher festgelegt, abgestimmte Strategien für eine sichere, saubere und wettbewerbsfähige Energiezukunft zu entwickeln. Der Bereich Gebäude hat dabei einen besonderen Stellenwert und wird als „Leadmarket“ angesehen. Maßnahmen des Forschungs-, Technologie- und Innovationsbereiches kommen hierbei entscheidende Bedeutung zu.
Erfolgsgeschichte Passivhaus
Deutlich mehr als 3000 Passivhäuser gibt es bereits in Österreich. Was Mitte der Neunzigerjahre als gebäudetechnisches Experiment für ein „Hause ohne Heizung“ begann, hat sich seit 1999 dank des Forschungs- und Technologieprogramms „Haus der Zukunft“ des BMVIT zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte entwickelt. Mit den im Rahmen des Programms entwickelten Schlüsseltechnologien konnten österreichische Betriebe die weltweite Technologieführerschaft im Passivhausbereich übernehmen und zwar sowohl im Bereich des Neubaus als auch bei der Modernisierung und Sanierung von Althäusern. Auf der Basis der Programmergebnisse entstand eine rege Zusammenarbeit von zukunftsorientierten Bauträgern, visionären ArchitektInnen und einer innovativen Bauwirtschaft, die unter Berücksichtigung der gestiegenen Energiekosten mittlerweile in der Lage ist, die neuen Technologien zu konkurrenzfähigen Preisen umzusetzen. Österreich hat damit die weltweit größte Dichte an Passivhäusern erreicht.
Der nächste Schritt
Neben der offensiven Verbreitung der vorliegenden Ergebnisse und Erfahrungen sowohl im Neubau als auch bei der noch viel relevanteren Althaussanierung stellt sich für die Forschung und Entwicklung die Frage, was als nächster Schritt folgen soll. Die langfristige Vision für das „Gebäude der Zukunft“ ist, die energetische Effizienz bezüglich Produktion und Betrieb derart zu erhöhen, dass über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden die treibhausrelevanten Emissionen in Summe auf Null reduziert werden. Das bedeutet, dass das Gebäude im Betrieb Energie produziert und damit dem Konzept des „Plus-Energie-Hauses“ entspricht.
„Plus-Energie-Haus“
Das entspricht auch der Ausrichtung des neuen Forschungs- und Technologieprogramm mit dem Namen „Haus der Zukunft Plus“. Das Ziel dieses mehrjährigen Programms ist jene anspruchsvolle Forschung und Entwicklung zu initiieren, die es ermöglicht, zukünftig Gebäude herzustellen, die nicht Energie verbrauchen, sondern Energie erzeugen. Am Ende des Programms sollen konkrete Demonstrationsprojekte zeigen, dass dies möglich ist. Dies kann in Form von Mustergebäuden oder Siedlungen sein. Der sich weltweit abzeichnende Trend in Richtung industrieller Fertigung soll zur kostengünstigen Herstellung neuer innovativer Komponenten genutzt werden.
Daraus leiten sich die vorrangigen Anliegen des Programms ab:
Themen und Fragestellungen
Im Rahmen des Vorbereitungsprozesses wurden für die Bereiche Schlüsseltechnologien,
Konzeptive Arbeiten und Strategische Studien wichtige Fragestellungen identifiziert,
zu denen bei den geplanten Ausschreibungen zu Projekteinreichungen eingeladen
wird.
Einen Überblick darüber gibt Tabelle
1: Identifikation von Fragestellungen
Schlüsseltechnologien |
| Fassadensysteme |
|
| Haustechnik |
|
| Energieerzeugung |
|
| Konzeptive Arbeiten |
|
| Strategische Studien |
|
Programmstrategie und Abwicklungsstruktur
Um die anspruchsvollen Ziele dieses thematischen Programms „Haus der Zukunft Plus“ zu erreichen sind eine besondere Programmstrategie und eine entsprechende Abwicklungsstruktur erforderlich.
Abbildung 2: Programmstrategie und Abwicklungsstruktur
Neue anspruchsvolle Technologien und Konzeptionen sind gefragt. Aber auch die
Integration und wirtschaftliche Umsetzung durch sichtbare Modell- und Demonstrationsprojekte,
die verstärkte industrielle Umsetzung von neuen Technologieentwicklungen
sowie die internationale Kooperation und Vernetzung bzw. die Integration dieser
neuen Erkenntnisse in die Ausbildung sind wichtige Anliegen des Programms. Dementsprechend
werden vier Aktionslinien verfolgt: Schlüsseltechnologien und Konzepte
für Gebäude der Zukunft, Industrielle Umsetzung innovativer Technologien,
Leitprojekte (auf dem Weg zum Demonstrationsvorhaben) und Strategien (Vernetzung
und Ausbildung).
„Haus der Zukunft Plus“ ist aber auch von der Programmabwicklung
ein Novum. Erstmals gelang es, die Instrumente der Forschungsförderung
(Technische Durchführbarkeitsstudie, Grundlagenforschung, industrielle
Forschung, experimentelle Entwicklung ...) und der innovationsrelevanten Wirtschaftsförderung
(investive Maßnahmen wie Kredite, Haftungen, Investitionszuschüsse
...) in einem thematischen Programm zu integrieren. Dies ist insbesondere für
die Industrielle Umsetzung und für Demonstrationsvorhaben relevant, wo
auch gezielte Beratung und Unterstützung (Projektcoaching) erforderlich
sind. Die Programmträgerschaft wird deshalb gemeinsam von der Österreichische
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice
Gesellschaft mbH (aws) und der Österreichische Gesellschaft für Umwelt
und Technik (ÖGUT) wahrgenommen. Diese gemeinsame Trägerschaft ermöglicht
unterschiedliche Förderungsarten und spezifische Stärken der Programmträger
einzubringen und damit die Erreichung der ambitionierten Zielsetzung gewährleisten
zu können.
FACT
BOX zum Forschungs- und Technologieprogramms |
„Haus der Zukunft PLUS “ Motto: Programminitiative und -verantwortung: Programmabwicklung:
Ansprechpersonen für Informationen und Beratung: 1. Ausschreibung offen bis 20. Februar 2009 Weitere Informationen, Leitfaden zur Einreichung und Formulare:
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Abbildung 3: Einfamilienhaus Pettenbach (Quelle: Lang Consulting)
*) Dipl.-Ing. Michael Paula leitet die Abteilung für Eergie- und Umwelttechnologien im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, michael.paula@bmvit.gv.at, www.NachhaltigerWirtschaften.at, www.e2050.at [^]