Projektinformationen und Service
Unter
der (Qualitäts-) Lupe
Prüfung, Analyse und Verbesserung
großer Solaranlagen
Der Einsatz von Solarwärmeanlagen in Österreich zeigte in den vergangenen vier Jahren ein durchschnittliches Marktwachstum von über 18%. Ein zentraler Faktor für dieses beschleunigte Marktwachstum in den letzten Jahren war, dass zunehmend neue Anwendungsbereiche der Solarthermie erschlossen wurden. So konnten Solarenergieanwendungen vor allem im Geschoßwohnbau, im Hotellerie- und Gastgewerbe sowie in anderen potenzialträchtigen Anwendungsbereichen wie Sportanlagen und Pflegeeinrichtungen Fuß fassen.
Diese Entwicklung findet nicht nur in Österreich statt, sondern ist ein
europaweit erkennbarer Trend. Um das viel versprechende Marktwachstum bei den
beschriebenen neuen Anwendungen beizubehalten bzw. weiter auszubauen, bedarf
es einer gesicherten Umsetzung qualitativ hochwertiger Systeme. Diese großen
Solarwärmeanlagen erfahren eine äußerst rasante Markteinführung,
wodurch die Gefahr besteht, dass Technik und Qualität nicht entsprechend
Schritt halten können. Dies würde in weiterer Folge die viel versprechende
Marktentwicklung der letzten Jahre stoppen und dem verstärkten Einsatz
von Solarwärme zur Deckung des österreichischen Niedertemperaturwärmebedarfs
einen empfindlichen Rückschlag versetzen. Um dieser Gefahr entgegen zu
wirken, sollte durch das Projekt SOLAREFFIZIENT einheitliche Qualitätsstandards
für große Solarwärmeanlagen in den Bereichen Geschoßwohnbau,
Hotellerie- und Gastgewerbe, kommunalen Einrichtungen sowie Sportanlagen in
Österreich geschaffen werden. Die Weiterentwicklung der Ausbildung zum
„Zertifizierten Solarwärmeinstallateur“ bzw. zum „Zertifizierten
Solarwärmeplaner“ stellt ein weiteres Ziel des Projekts mit nachhaltiger
Wirkung dar.
Im Zuge des Projekts wird eine umfangreiche Erhebung der Qualität von großen
Solarwärmeanlagen in Österreich durchgeführt. In vier Bundesländern
werden dabei 110 Anlagen einer Vor-Ort-Untersuchung unterzogen, die Daten strukturiert
gesammelt und im Hinblick auf qualitätssichernde Faktoren analysiert. Weitere
25 Anlagen werden einer Intensivuntersuchung unterzogen, wobei vorhandene Messdaten
einen vertieften Aufschluss über das Betriebsverhalten bringen sollen.
Im Anschluss wird ein „neuer Qualitätsstandard“ definiert sowie
ein umfassender Qualitätssicherungs-Leitfaden erstellt, der als Arbeitsbehelf
für die wesentlichen Akteure bei der Umsetzung von großen Solaranlagen
dienen soll. Weiters werden für die Förderstellen der Länder
und des Bundes, die Solarindustrie, Dienstleistungsunternehmen im Bereich Planung,
Umsetzung und Betrieb sowie für Investoren angepasste Maßnahmenpakete
geschnürt, um die Projektergebnisse zur Erhöhung der Anlagenqualität
in die Praxis zu überführen.
Weitere Informationen
Ing. Christian Fink (c.fink@aee.at),
DI(FH) Johann Breidler (j.breidler@aee.at)