Solarthermie
Abbildung 1: Bauvorhaben
Lösl (Quelle: Arch. Mikula)
Seit über 15 Jahren produziert ÖkoTech in Graz hochwertige Solarkollektoren mit dem Anspruch, den Kunden für unterschiedlichste Anwendungen die optimale Lösung zu bieten. Die Palette reicht von der individuellen Lösung für das Eigenheim bis zu Hochleistungskollektoren für Großanlagen mit hohem Temperaturniveau. Nach außen steht Kundenorientierung, Lösungskompetenz und Service im Vordergrund. Dahinter steht aber auch ein hoher sozialer Anspruch, mit der Zielsetzung Arbeitsplätze auch für sozial benachteiligte Menschen anzubieten. Heute stellen MitarbeiterInnen mit Behinderung mehr als die Hälfte unseres Teams.
ÖkoTech-Solarkollektoren-Ideen,
Lösungen und soziale Verantwortung
Marktentwicklung 2008
Die ÖkoTech Produktionsgesellschaft für Umwelttechnik wurde 1994,
im Zeitalter der solaren Selbstbaugruppen mit so idealistischen wie unterschiedlichen
ökologischen und sozialen Zielsetzungen gegründet:
Es sollte eine Produktion zur Herstellung hochwertiger Solarkollektoren und
anderer umwelttechnischer Erzeugnisse aufgebaut und besonders leistungsfähige
und zuverlässige Solarkollektoren entwickelt werden.
Andererseits sollten Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen
werden, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung am Arbeitsmarkt nicht Fuß
fassen konnten. Zielgruppe waren jene Personen, die in den damals bestehenden
Einrichtungen der Behindertenhilfe unterfordert waren, aber sich in „normalen“
Dienstverhältnissen nicht halten konnten. Es galt also eine damals neues
Produkt zu entwickeln, einen gewerblichen Produktionsbetrieb als integrative
Werkstatt aufzubauen und diesen Betrieb sowohl in seiner Organisation als auch
im Arbeitsablauf so zu gestalten, dass sich Mitarbeiter mit besonderen Bedürfnissen
gemäß ihren Fähigkeiten produktiv in die Arbeit einbringen können.
Sebastian Eger-Mraulak, Gründer und Mitgesellschafter der ÖkoTech
berichtet: „Diese Herausforderung, ökologische Ziele mit sozialem
Engagement und wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden hat mich ungemein fasziniert.
Etwas zu entwickeln, aufzubauen und langfristig erfolgreich zu steuern, was
für andere zunächst als kaum vorstellbar und später immer wieder
als nicht umsetzbar gegolten hat, befriedigt mich immer noch. Gerade in der
Verbindung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Engagement sehe ich
eine Zukunft, in der die ÖkoTech einen wesentlichen und für andere
Unternehmen vielleicht sogar beispielgebenden Beitrag leistet.“ Beides
ist gelungen.
Nach außen hin präsentiert ÖkoTech sich bewusst über Leistungen,
Qualität und Service. Wir bieten unseren Kunden neben der Produktion von
Kollektoren ganze Komplettlösungen für Solardächer, auf die bauliche
Situation hin optimierte Unterkonstruktionen, unterstützende Beratung und
Planung, individuelle Lösungen, Baustellenabwicklung und Montagen aus einer
Hand.
Als Meilensteine und Referenzen finden sich heute neben vielen Speziallösungen
für den Privat- und Objektbereich auch etliche Projekte mit Hochtemperaturkollektoren
für Großanlagen zur Fernwärmeeinspeisung und solaren Kühlung:
die größten Solaranlagen Österreichs z.B. in Graz Stadion 1400m²,
Berlinerring 2400m², AEVG 5000m², Wasserwerk 3800m² sowie international,
z.B. Lissabon CGD 1600m², Banja Luka 1000m², Quingdao (China) und
USA.
Die soziale Ausrichtung sieht man bei ÖkoTech als inneren Wert, der im
Marketing nicht kommuniziert wird. Derzeit besteht unser gesamtes Team (Produktion,
Verwaltung und Planung) zur Hälfte aus MitarbeiterInnen mit einer Behinderung.
Abbildung 2: Bauvorhaben Bisaro (Quelle: ökoTech)
Wie kann das wirtschaftlich funktionieren?
Der Betrieb hat sich vom reinen integrativen Betrieb weiterentwickelt zu einem
professionellen Produktionsbetrieb ohne Kompromisse bei Technik und Qualität.
Produktinnovationen, Organisationsmaßnahmen, Personalentscheidungen und
Kundenwünsche werden sehr sensibel umgesetzt, da ÖkoTech im vollen
Wettbewerb mit anderen Kollektorherstellern steht und am Markt nur Qualität
und bestes Service zu einem attraktiven Preis honoriert werden.
Alle MitarbeiterInnen sind unbefristet nach Kollektivvertrag angestellt und
bezahlt. Jedes größere Unternehmen wäre verpflichtet, anteilig
auch Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze zu bieten - aber es ist ein
offenes Geheimnis, dass die meisten sich von dieser gesellschaftlichen Verantwortung
gegen einen Unkostenbeitrag „freikaufen“. Bei ÖkoTech hat ein
Fünftel der Belegschaft den „berüchtigten“ Kündigungsschutz
nach Behinderteneinstellgesetz. Probleme damit gab es in den letzten 15 Jahren
keine.
Nach innen gibt es die Kategorisierung nach Behinderung nicht, die Zusammensetzung
des Teams ist allen zur Selbstverständlichkeit geworden. Unterstützungsangebote
aller Art stehen natürlich allen Mitarbeitern zur Verfügung. Für
die Personalentwicklung ist eine gelernte Sozialarbeiterin verantwortlich, mit
der Aufgabe ein für die Mitarbeiter sinnvolles Arbeitsumfeld zu schaffen
– für alle.
Behinderung ist eine Sichtweise aus dem Blickwinkel eines davon nicht Betroffenen
auf eine ungewohnte Einschränkung eines anderen Menschen, der oft erst
von seinem nicht angepassten Umfeld „behinderten“ wird. Es ist unsere
Aufgabe, diese Einschränkungen mit einfachen intelligenten Maßnahmen
auszugleichen oder zu umgehen: Die Produktionsentwicklung darf nicht beim durchschnittlichen
Menschen enden sondern muß bis zum individuellen Mitarbeiter fertig gedacht
werden. Fortschritt ist ja nichts anders als Hilfsmittel für unsere allgemeinen
menschlichen Einschränkungen zu konstruieren, man denke an das Rad als
Hilfsmittel zur Fortbewegung.
Das erste Erfolgsrezept lautet: Jeder Mitarbeiter wird im Betrieb nach seinen
individuellen Fähigkeiten eingesetzt. Mit einem Fokus auf den Stärken
werden individuelle Schwächen oder Einschränkungen nebensächlich
und jeder kann sein Potential ausspielen.
Das zweite Erfolgsrezept ist Flexibilität: Alle Arbeitsplätze in der
Produktion sind redundant besetzt, jeder Mitarbeiter beherrscht mehrere Arbeitsbereiche
– das bringt nebenbei auch Abwechslung und damit Motivation.
Abbildung 3: Bauvorhaben Raika Raaba (Quelle: Martin Riedl)
ÖkoTech setzt auf die individuelle Fertigung von thermischen Großflächenkollektoren
mit einem hohen Arbeitsanteil. Ein flexibles, variantenreiches Modulsystem mit
über 600 Varianten ist die Basis für eine kostengünstige, projektorientierte
Fertigung, für Kleinserien und für die Umsetzung aller Sonderwünsche
unserer Kunden bezüglich Energieertrag, Design und Ausstattung der Kollektoren.
In den vergangenen Jahren hat sich ÖkoTech einen festen Platz am europäischen
Solarmarkt erarbeitet. Im Regionalmarkt besteht die bewährte Zusammenarbeit
mit einer Vielzahl von Installateur-Fachbetrieben, die das Alles-aus-einer-Hand-Service
von ÖkoTech schätzen und nutzen. An dieser Stelle bedanken wir uns
bei unseren KundInnen für die vielen guten und kritischen Rückmeldungen
und ihr Vertrauen in uns und unsere Arbeit!
*) Michael Ehler ist seit 1999 Mitarbeiter und seit 2003 Geschäftsführer der ÖkoTech Produktionsgesellschaft für Umwelttechnik mbH, Graz. E-Mail: michael.ehler@oekotech.biz [^]