Projektvorstellungen und Service
Hoch
wärmegedämmte Gebäude bilden die Basis für 100% Solarversorgung
Mit Wärmerückgewinnung und Solarwärme zu 100% versorgt
Die Nutzung von Wärmerückgewinnungspotenzialen und Solarwärme ermöglicht zu 100% solar versorgte Gebäude.
Bei Niedrigenergie- und Passivhäusern ist der Energiebedarf für Warmwasser
oft größer als der Raumwärmebedarf. Zusätzlich sind für
das Erreichen des Warmwasserkomforts vielfach höhere Temperaturen gefordert
als für das Erreichen des Raumwärmekomforts. Dadurch steigt die Relevanz
des Energiebedarfs für Warmwasser mit zunehmendem Dämmstandard der
Gebäude, weshalb es eine absolute Notwendigkeit ist, sinnvolle Warmwasser-Konzepte
zu entwickeln. Wobei eine solche Konzeptentwicklung bei der Bereitstellung über
die Speicherung und Verteilung bis hin zur Abwasser-Wärmerückgewinnung
ansetzen muss.
Eine weitere Motivation ergibt sich aus der Tatsache, dass selbst in Niedrigenergie-
und Passivhäusern das Erreichen von hohen solaren Deckungsgraden (80-100%)
in der Wärmebereitung derzeit nur mit sehr hohem Aufwand (sprich großer
Kollektorfläche und großem Energiespeicher) realisiert werden kann.
Im Verhältnis zur eingesparten Energie können solche Aufwendungen
für solarthermische Anlagen gerade bei geringem Gesamt-Energiebedarf aus
finanzieller Sicht kaum gerechtfertigt werden. Ein wesentlicher Sprung von sehr
hohen Investitionskosten auf ein tieferes Niveau kann nur dann erreicht werden,
wenn die Solaranlage garantiert 100% des Wärmebedarfs abdeckt und dadurch
auf eine Zusatzheizung gänzlich verzichtet werden kann.
Genau diese Aspekte werden vom Institut für Wärmetechnik an der TU
Graz und von AEE INTEC im Rahmen des Forschungsprojektes „Nutzung von
Wärmerückgewinnungspotenzialen“ (beauftragt im Rahmen der österreichischen
Programmlinie „Haus der Zukunft plus“) untersucht. Schwerpunktmäßig
werden dabei die folgenden zwei Maßnahmen hinsichtlich ihrer Reduktionsmöglichkeit
von Solarkollektorfläche, Energiespeichervolumen und Investitionskosten
behandelt:
Die Einbindung einer Wärmepumpe bietet den entscheidenden Vorteil, dass
im unteren Bereich des Speichers Temperaturen um die 4°C erreicht werden
können, was für den Kollektorertrag im Winter sowie für die Abwasser-Wärmerückgewinnung
ein hohes Potential in der entscheidenden Saison des Jahres eröffnet. Platzbedarf
und Investitionskosten einer Wärmepumpe und eines Abwasser-Wärmetauschers
sind relativ gering im Vergleich zu den Einsparungen, welche durch die Reduktion
von Kollektorfläche und Speichergröße erzielt werden können.
Abwasser-Wärmerückgewinnung und die Kopplung von Sonnenkollektoren
mit Wärmepumpen bilden hier die Basis für die Entwicklung eines Low-Exergy
Konzeptes und können eine interessante Alternative zu vielfach zum Einsatz
kommenden Stromdirektheizungen bzw. Luft-Wasser-Wärmepumpen in Niedrigstenergie-
und Passivhauskonzepten darstellen.
Das Projekt „Nutzung von Wärmerückgewinnungspotenzialen (WRGpot)“
wurde im Jänner 2010 gestartet und hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
*) DI
(FH) Dr. Andreas Heinz ist Mitarbeiter des Instituts für
Wärmetechnik an der TU Graz und Projektleiter von WRGpot
Ing. Christian Fink ist Leiter des Arbeitsbereiches „Solarthermische
Komponenten und Systeme“ bei AEE INTEC
DI (FH) Johann Breidler ist Mitarbeiter der AEE INTEC
[^]