Plus-Energiegebäude
Wassermanagement
Im
Anhang zur Mitteilung der Kommission an das Europäische ParlamentKom(2010)135
[1] , dem Arbeitsprogramm für 2010, wird eine Richtlinie
zur Wassereffizienz von Gebäuden angekündigt die, in Anlehnung an
die Maßnahmen im Energiebereich, eine Auszeichnung von wassereffizienten
Armaturen und Geräten und Effizienzstandards für Gebäude vorschreibt.
Auslöser sind die zunehmende Wasserknappheit in manchen Mitgliedsländern
und der übergroße Wasserfußabdruck. Die Kommission geht von
möglichen Wassereinsparungen von 40 % aus.
Die EU fordert effiziente Wassernutzung
Grundlage ist eine Studie von Ecologic [2], die das Wassersparpotential
von Haushalten in verschiedenen Mitgliedsländern untersucht und sowohl
den Einsatz von effizienten Armaturen und Geräten wie die Nutzung von Regen-
und Grauwasser berücksichtigt. Ausgehend vom Wasserverbrauch und den verwendeten
Geräten, sowie der Akzeptanz von alternativen Wasserquellen werden mögliche
Einsparungen von 20 bis 50% errechnet. Dies ist u.a. abhängig von der Ausgangslage
in den einzelnen Ländern: Während zum Beispiel Zypern die Verwendung
von Grauwasser öffentlich fördert, hat Frankreich eben erst einmal
die Regenwassernutzung in Haushalten zugelassen. Die Sparmaßnahmen hätten
äußerst kurze Amortisationszeiten. Obwohl auch auf Probleme durch
die Verbrauchsreduktion zumal beim Betrieb von Ver- und Entsorgungsnetzen hingewiesen
wird, zeigt die Studie an Hand von Beispielen auch, wie Win-Win-Lösungen
aussehen können.
Für die Mitgliedsländer ergibt dies die Notwendigkeit, Maßnahmen
zur Effizienzsteigerung zu identifizieren, um Bauherren und Professionisten
Lösungen vorschlagen zu können. Die AEE INTEC forscht schon seit mehreren
Jahren an effizienten Wassereinrichtungen mit hohen Verbrauchsreduktionen. Um
für Österreich repräsentative Daten über Potentiale und
Best Practice-Erfahrungen zu sammeln, wären noch Pilotprojekte nötig.
Hier sind sowohl Bauherren wie die öffentliche Verwaltung gefordert.
[1] KOM(2010) 135, Teil II, Europäische Kommission, Anhänge zur Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen, Arbeitsprogramm der Kommission für 2010, Jetzt handeln, Brüssel 31.3.2010,
[2] Thomas Dworak et al, EU Water Saving Potential, ENV.D.2/ETU/2007/0001r, Ecologic, Berlin, 2007
*) Dipl. Ing. Martin Regelsberger ist Leiter der Abteilung für Wasser- und Abwassermanagement von AEE INTEC; Email: m.regelsberger@aee.at [^]