Solarthermie im Megawattsektor
Solarthermie
Große
solarthermische Anlagen besitzen ein enormes Potenzial zur Einsparung von fossilen
Energieträgern und somit zur Reduktion der CO2-Emissionen. Untermauert
wird diese Feststellung durch Ausführungen in der österreichischen
Energiestrategie (BMWFJ und BMLFUW, 2010) als auch in der Technologie-
und Umsetzungsroadmap „Solarwärme 2020“ (Fink et al.,
2008).
Ergebnisse
zur ersten Ausschreibung "Solarthermie - Solare Großanlagen"
des Klima- und Energiefonds
Von Gernot Wörther, Christian Fink und Johann Breidler *
Eine breite Umsetzung großer solarthermischer Anlagen als Standardwärmeversorgung
bedarf aber einerseits eines speziellen Markteinführungsprogramms mit entsprechenden
Anreizmechanismen und andererseits eine verstärkte Technologieentwicklung
in diesem Bereich.
Aus diesem Grund definierte der Klima- und Energiefonds im Arbeitsprogramm 2010
erstmals einen Förderschwerpunkt für große solarthermische Anlagen
in gewerblichen Anwendungen. Ziel des ursprünglich mit 2 Millionen Euro
dotierten Programms war es die Initialzündung für eine strukturierte
Markteinführung bei gleichzeitiger technologischer Stärkung der österreichischen
Solarindustrie in diesem Bereich zu leisten. Als Instrumente wurden einerseits
eine spezielle Anreizförderung und andererseits eine wissenschaftliche
Programmbegleitung gewählt.
Das Förderprogramm
Das Förderprogramm richtete sich an gewerbliche Anwendungen in vier speziellen Kategorien:
Die Förderungsbasis für die Solarsysteme bildeten die umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten gemäß der Umweltförderung im Inland. Die maximale Förderhöhe lag bei 40% der umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten (umweltrelevante Investitionskosten abzüglich der Kosten einer Referenzwärmeversorgung). Um den Innovationscharakter zu heben, wurde ein spezieller Innovationszuschlag in der Höhe von 5% gewährt. Gemeinsam mit einem KMU-Zuschlag von weiteren 5% konnte ein maximaler Fördersatz von 50% der umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten erreicht werden. Fördergegenstand waren die Solarsystemkosten (vom Kollektor bis zum Energiespeicher) bei einer Mindestanlagengröße von 100 m² Bruttokollektorfläche und einer maximalen Anlagengröße von 2.000 m² Bruttokollektorfläche.
Die wissenschaftliche Programmbegleitung
Die Wirkung des oben definierten Förderprogramms wird erheblich vergrößert, wenn einerseits Aussagen über Qualität und Funktionalität der geförderten Solarprojekte getroffen werden können und andererseits die weiteren Schritte für eine strukturierte Technologieentwicklung bekannt sind. Genau diese Aspekte bestimmen die Arbeiten in der wissenschaftlichen Programmbegleitung:
Mit der Durchführung der Begleitforschung wurden vom Klima- und Energiefonds die Institute AEE INTEC (Leitung), AIT und ASIC beauftragt.
Erste Ergebnisse zur Beteiligung am Förderprogramm 2010
Das Interesse am Förderprogramm war enorm. Alleine bei der wissenschaftlichen Programmbegleitung gingen knapp 80 Anfragen hinsichtlich der Durchführung von Einreichberatungen ein. Schlussendlich wurden 41 Projekte mit insgesamt 15.877m² Bruttokollektorfläche bei der Einreichstelle (Kommunalkredit Public Consulting) eingereicht. Mit Ausnahme vom Bundesland Tirol kamen Fördereinreichungen aus allen Bundesländern. In der Steiermark zeigten sich hier mit 17 Einreichungen die meisten Aktivitäten (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Aufteilung der 41 Fördereinreichungen nach Bundesländern
Wie Abbildung 2 zeigt, entfielen mit 18 Anträgen am meisten Einreichungen auf die Kategorie „Wärmenetze“. Elf Einreichungen wurden in der Kategorie „Hohe solare Deckungsgrade“ verbucht, gefolgt von sieben Einreichungen in der Kategorie „Solares Kühlen“ und fünf Einreichungen in der Kategorie „Solare Prozesswärme. Die beiden größten Anlagen umfassen je 2.000 m² Bruttokollektorfläche und sind als Einspeisungen in Wärmenetze geplant.
Abbildung 2: Verteilung der 41 Fördereinreichungen nach der Größe der Bruttokollektorfläche und der Anwendung (Farbschattierung)
Eine Kategorisierung der Anlagengrößen ist in Abbildung 3 dargestellt und macht deutlich, dass von den insgesamt 41 Fördereinreichungen 27 zwischen 100 und 300 m² Bruttokollektorfläche liegen. Bei acht Projekten wurden Kollektorflächen zwischen 300 und 500 m², bei zwei Projekten Kollektorflächen zwischen 500 und 1.000 m² geplant. Bei vier Projekten ist die Installation von Kollektorflächen größer 1.000m² beabsichtigt.
Abbildung 3: Kategorisierung der 41 Fördereinreichungen nach der Bruttokollektorfläche
Förderzusagen 2010 und Ausblick auf das Förderprogramm 2011
Aufgrund des enormen Interesses an der ersten Ausschreibung des Förderprogramms
konnte der Klima- und Energiefonds das Programmbudget von 2 Millionen Euro auf
5,2 Millionen Euro aufstocken, was die Erteilung von Förderangeboten für
38 der 41 Einreichungen möglich machte. Die Umsetzung der einzelnen Projekte
ist bis spätestens Ende Februar 2012 angedacht.
Auch die erfolgreiche Weiterführung des Förderprogramms „Solarthermie
– Solare Großanlagen“ im Jahr 2011 ist gesichert, denn im
Arbeitsprogramm des Klima- und Energiefonds für 2011 wurden 5 Millionen
Euro für dieses Themengebiet reserviert. Details zur 2. Ausschreibung des
Förderprogramms entnehmen Sie bitte der Factbox oder von
http://www.klimafonds.gv.at
FACT
BOX zum Forschungs- und Technologieprogramms |
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2. Ausschreibung |
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Mit 7. April 2011 startete die zweite Ausschreibung der Förderaktion des Klima- und Energiefonds „Solarthermie – Solare Großanlagen“. Das Programm zielt dabei auf thermische Solaranlagen mit einer Dimension von 100 bis 2.000 Quadratmetern Kollektorfläche in nachfolgenden vier Anwendungsbereichen ab:
Der Fördersatz liegt bei 40% der umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten zuzüglich:
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| Förderart: | Nicht-rückzahlbarer Investitionszuschuss |
| Einreichfrist: | 1. September 2011, 17 Uhr |
| Operative Abwicklung: |
KPC – Kommunalkredit Public Consulting |
Vor
der Einreichung eines Projektes ist ein Beratungsgespräch mit Experten
der Begleitforschung verpflichtend. Für die Anmeldung zum Beratungsgespräch
kontaktieren Sie die klima:aktiv erneuerbare wärme Infohotline unter 03112 / 58 86 12. |
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Weitere
Informationen zum Förderprogramm finden Sie unter www.klimafonds.gv.at oder direkt www.klimafonds.gv.at/home/foerderguide/details/ themenfeld/solarthermie-solare-grossanlagen-1.html |
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Literatur:
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*) Dr Mag. Gernot
Wörther ist Mitarbeiter des Klima- und Energiefonds und verantwortlich
für das Förderprogramm „Solarthermie – Solare Großanlagen“
Ing. Christian Fink ist Leiter des Bereichs "Solarthermische
Komponenten und Systeme" von AEE INTEC und leitet die wissenschaftlichen
Programmbegleitung
DI (FH) Johann Breidler ist Mitarbeiter des Bereichs
"Solarthermische Komponenten und Systeme" von AEE INTEC [^]