03 | 2024 Innovation durch internationale Kooperation
Internationales Praktika-Austauschprogramm der IAESTE
Jasmin Pfleger
Die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und ihren Studierenden ist für AEE INTEC von zentraler Bedeutung, um den wissenschaftlichen Austausch in der Projektarbeit zu fördern. Seit vielen Jahren liegt der Fokus dabei nicht nur auf dem nationalen, sondern auch auf dem internationalen Austausch über die EU-Grenzen hinaus. In diesem Zusammenhang hat sich die Organisation IAESTE als verlässlicher Partner erwiesen und maßgeblich zur erfolgreichen Zusammenarbeit beigetragen.
IAESTE Austria ist ein gemeinnütziger Verein von Studierenden, der unentgeltlich bezahlte Praktika für Student*innen in Technik und Naturwissenschaften vermittelt. IAESTE ist international tätig und in über 80 Ländern vertreten, wobei jährlich weltweit über 5.000 Praktikumsplätze angeboten werden. Die Organisation wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in London gegründet, um internationales Verständnis und Zusammenarbeit zu fördern. Die Gründung der studentisch geführten IAESTE Austria erfolgte 1989. Derzeit sind sechs Lokalkomitees in Graz, Innsbruck, Leoben, Linz sowie zwei in Wien (an der BOKU und TU Wien) unter dem nationalen Dachverband tätig. IAESTE Austria bildet auch die Verbindung zur internationalen Dachorganisation IAESTE A.s.b.l., die ihren Sitz in Luxemburg hat. Studierende aller Universitäten haben die Möglichkeit, bei IAESTE tätig zu werden und dadurch wertvolle Fähigkeiten in Führung, Projektmanagement, Kommunikation und Teamarbeit zu erwerben. Zusätzlich führt der Kontakt zu Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zur Entwicklung einer globalen Perspektive und zur persönlichen Weiterentwicklung. Davon profitieren nicht nur die Studierenden selbst, sondern vor allem auch teilnehmende Unternehmen. Sie erhalten Zugang zu talentierten Studierenden aus der ganzen Welt. Diese Vielfalt kann innovative Ideen und Perspektiven in das Unternehmen bringen und Unternehmen können potenzielle zukünftige Mitarbeiter identifizieren und bewerten. Durch die Zusammenarbeit mit IAESTE können Unternehmen auch Beziehungen zu Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit aufbauen.
IAESTE entsendet österreichische Praktikant*innen ins Ausland und empfängt ausländische Praktikant*innen in Österreich bei teilnehmenden Unternehmen. Der Ablauf eines Praktikums ist nachfolgend dargestellt:
- Ausfüllen des Anforderungsprofiles (Zeitraum, Tätigkeiten, notwendige Kenntnisse/ Studienrichtung)
- Praktikumsstelle wird mit einem Partnerland getauscht
- Eingereichte Bewerbungen werden von IAESTE auf Eignung überprüft und bei positivem Ergebnis an die Firma weitergeleitet
- Die Firma hat die Möglichkeit, ein zusätzliches online Interview mit dem/der Kandidat*in durchzuführen und entscheidet sich dann für oder gegen die Einstellung.
- Bei Zusage übernimmt IAESTE die Organisation etwaiger notwendiger Visa, Unterkunft, Bankkonto, etc. und begleitet den/die Praktikant*in am ersten Tag zum Arbeitgeber. IAESTE verringert dadurch den Verwaltungsaufwand für Unternehmen.
- Während der Praktikumszeit organisiert IAESTE auch Ausflüge und soziale Events, um den Aufenthalt abwechslungsreich zu gestalten.
AEE INTEC arbeitet bereits seit 2011 eng mit IAESTE Graz und dessen Dachverband IAESTE Austria im Rahmen ihres internationalen Praktika-Austauschprogramms zusammen und konnte seitdem bereits 19 Praktikant*innen aus fünf Kontinenten begrüßen. Diese waren und sind vor allem im Bereich der Technologieentwicklung tätig und unterstützen AEE INTEC vorwiegend bei Labortätigkeiten.
Dass das IAESTE-Programm für AEE INTEC von großer Bedeutung ist, zeigt sich daran, dass aus drei IAESTE-Praktika jeweils eine Festanstellung an unserem Institut hervorging. Zwei dieser ehemaligen Praktikanten sind bis heute fester Bestandteil unseres Teams, was uns besonders freut.
Im Folgenden teilen drei IAESTE-Praktikant*innen ihre persönlichen Erfahrungen, die sie bei AEE INTEC während ihres Austauschprogramms gesammelt haben:
Pedro de Oliveira Masetti (Forschungsgruppe Wasser- und Prozesstechnologie, Projekt „CircPlast“) aus Brasilien: Mein einjähriges Praktikum bei AEE INTEC brachte mehr als bloß breites technologisches Wissen. Es gab mir die Möglichkeit, unglaublich tolle Leute kennenzulernen, von denen ich eine Menge sowohl für meine professionelle Karriere als auch mein persönliches Leben lernen konnte. Foto: privat
Anais Garzon (Bereich Industrielle Systeme) aus Panama: Ich arbeite hauptsächlich im Projekt “Industrial Symbiosis to Hubs for Circularity (IS2H4C)”. Die Arbeit ermöglicht mir, Konzepte im Bereich der Kreislaufwirtschaft, wie beispielsweise Betrachtung von Energie- und Materialflüssen in Industriebetrieben, kennenzulernen. Ich erlebe das Praktikum als sehr wertvoll, da es meine Expertise über meinen beruflichen Hintergrund als Umweltingenieurin und Klimawandel-Consultant hinaus erweitert und ich überzeugt bin, dass Umwelt-, Klimawandel- und Industriethemen integriert betrachtet werden müssen, um in Zukunft echte Nachhaltigkeit zu erreichen. Foto: AEE INTEC
Arianna Quintana (Forschungsgruppe Wasser- und Prozesstechnologien) aus Bolivien: Mein IAESTE-Praktikum bei AEE INTEC ist die beste Möglichkeit, die ich bisher hatte, meinem Traumziel als Umweltingenieurin zu arbeiten, näherzukommen. Ich konnte tiefgehendes Verständnis in Bezug auf wissenschaftliche Forschungsprozesse erwerben und entwickelte wesentliche Fähigkeiten, die ich als sehr wichtig für meine weitere berufliche Karriere in den Umweltwissenschaften sehe. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, die AEE INTEC mir geboten hat und freue mich darauf, mein erworbenes Wissen in meinen zukünftigen beruflichen Positionen anzuwenden. Foto: AEE INTEC
Aber nicht nur die Praktikant*innen, auch die Betreuer*innen bei AEE INTEC können von den Vorteilen des Austauschprogramms berichten. Michael Gumhalter aus der Forschungsgruppe „Erneuerbare Energien“ betont, dass „die Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden zeigt, dass die Begeisterung für Technik und das gemeinsame Arbeiten an Herausforderungen über kulturelle Unterschiede hinweg zu innovativen Lösungen führt. Einer unserer IAESTE-Praktikanten hat mit seinen Programmierkenntnissen im Bereich der Erneuerbaren Energien unsere Simulationen vorangebracht und dabei wertvolle Erfahrungen in der Anwendung und Systemintegration gesammelt.“ Christian Platzer aus der Forschungsgruppe „Wasser- und Prozesstechnologien “ unterstreicht, dass IAESTE für AEE INTEC „die Chance bietet, motivierte Praktikant*innen und zukünftige Forscher*innen global zu rekrutieren und die Zusammenarbeit mit internationalen Praktikant*innen das Team sehr bereichert. In unserer Forschungsgruppe ‚Wasser- und Prozesstechnologien‘ haben IAESTE-Praktikant*innen entscheidende Beiträge geleistet, etwa bei der Weiterentwicklung eines experimentellen Membrandestillationsverfahrens zum Stickstoffrecycling aus Gärreststoffen von Biogasanlagen. Besonders beeindruckt hat mich ein Praktikant, der dank seines technischen Know-hows, seiner kreativen Ansätze und seiner engagierten Arbeitsweise nicht nur die Effizienz des Versuchsaufbaus erheblich steigern, sondern auch die Auswertung der Messdaten deutlich verbessern konnte.“
Autorin
Dipl.-Ing.in Dipl.-Ing.in Jasmin Pfleger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
